#Boulevard  Night of the Proms in Erfurt: Natasha Bedingfield über ihre Superkräfte

Natasha Bedingfield bei der Night of the Proms in Mannheim.
Natasha Bedingfield bei der Night of the Proms in Mannheim.
Foto: Axel Heyder

Natasha Bedingfield ist eine der Stars der Night of the Proms am Dienstag in der Messehalle Erfurt. Doch was denkt sie selbst zum Thema Stars? Wir haben mit ihr nicht nur darüber gesprochen.

Wer ist für dich ein Star?

Natasha: Meine Vorstellung von Erfolg ist möglicherweise anders als bei anderen. Das ist losgelöst von wirtschaftlichem Erfolg. Es ist zwar schön, viele Dinge zu haben, wie Geld und dergleichen, aber die Stars in meinem Leben sind besonders die Leute, die authentisch geblieben sind und Freude am Leben haben.

Und in der Musik-Szene?

Ich liebe Prince, ein Grund, warum ich zur Night of the Proms auch eine Cover-Version von Purple Rain singen werde. Er ist ein Star, ein Stern – nun, wo er nicht mehr am Leben ist, eben am Sternenhimmel. Und seine Songs leben ja weiter. Ist es nicht interessant, dass man sagt, dass die Energie, die in einem Menschen gewohnt hat, nicht mit ihm stirbt?

Sich ausdrücken, aber wie?

Wann ging das bei dir los, mit dem Songschreiben?

Schon mit zwölf Jahren, vielleicht sogar schon mit elf. Ich hatte den ganz großen Drang, mich auszudrücken als Teenager und fing mit kleinen Gedichten an. Ich hatte etwas zu sagen, war frustriert und wollte, das alle mich hören. Gerade bei jungen Mädchen mag man denken, sie haben nichts zu erzählen, aber das Gegenteil war der Fall. Und Musik wurde meine Möglichkeit, mich auszudrücken.

Fotos: Natasha Bedingfield auf der Bühne

Was macht einen guten Song für dich aus?

Ein guter Song ist einer, der die Menschen berührt, einer, den sie auch mitsingen können. Und sie erinnern sich dran. Und er transportiert etwas, das du mit normaler Sprache nicht vermitteln kannst. Denn es schließt eine Melodie und einen Rhythmus ein, der neben der Botschaft ein Gefühl transportiert.

… es gibt also einen Unterschied, einen Song von dir live oder auf Konserve zu hören?

Eine Live-Show ist sehr schwer zu reproduzieren. Man vermisst etwas, wie bei einem Fußballspiel. Es ist ein Riesenunterschied, ob du das zu Hause siehst oder im Stadion.

Ungewöhnliches Konzert

Was ist so das ungewöhnlichste Konzert, an das du dich bislang erinnerst?

Ich habe im Weißen Haus gesungen und habe einen Smoky-Robinson-Song interpretiert 'The Tracks of my Tears' und Präsident Obama, Stevie Wonder und auch Smoky Robinson waren anwesend. Das war aufregend und eine große Ehre für mich. Es gab einen Moment, in dem ich die höchste Note singen musste, die ich mit meiner Stimme erreichen kann. Und ich wusste wirklich nicht, ob ich es geschafft habe. Das war wie eine Klippe, über die du springen musst.

Natasha Bedingfield singt im Weißen Haus

Hast du das nicht geprobt?

Na ja, manchmal, wenn du aufgeregt bist, ist die Welt anders. Wenn ich auf der Bühne bin, ist das, als ob ich neben mir stehe und plötzlich Dinge schaffe, die ich sonst nicht hinbekomme. Wie ein Alter Ego. Es fühlt sich manchmal an, als bekäme ich Super-Kräfte. Plötzlich kann ich auch in High Heels rennen und springen, treffe eine hohe Note, die ich sonst nicht schaffe. Wie in diesem Fall, ich habe die Augen geschlossen und gehofft, dass ich es hinbekommen habe. Als ich die Augen wieder aufgemachte, standen alle und ich dachte: Dann habe ich es wohl geschafft.

Welche Songs wird es denn zur Night of the Proms in Erfurt geben?

Neben dem Prince-Song singe ich Unwritten und Soulmate sowie These Words.

Was macht das Orchester mit deinen Songs?

Es macht die Songs größer, hebt sie nochmal auf ein anderes Level. Ich habe schon ein paar Mal mit Streichern gearbeitet und liebe es jedes Mal. Aber in dieser Show ist es anders, noch faszinierender.

Beeinflusst dich das beim Songschreiben in der Zukunft?

Jede Show, die man macht, beeinflusst einen irgendwie – und jedes Mal, wenn man mit Leuten zu tun hat, jede einzelne Interaktion.

Es gibt schon Millionen von Songs auf der Welt, welche Geschichte sollte noch erzählt werden?

Jede Person hat ihre ganz eigene Geschichte, jede könnte erzählt werden. Einzigartiges Scheitern, jeder leidet anders, einzigartige Freude, jeder hat seinen eigenen Fußabdruck, den er auf dieser Erde hinterlässt.

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