#Musik  Gänsehaut und Stars: Die Night of the Proms in Erfurt

Stefanie Heinzmann und Natasha Bedingfield bei der Night of the Proms in Erfurt
Stefanie Heinzmann und Natasha Bedingfield bei der Night of the Proms in Erfurt
Foto: Axel Heyder

Die Night of the Proms hat am Dienstagabend in Erfurt Station gemacht. Auf ihrer Tour sorgen Stars wie Ronan Keating, Natasha Bedingfield, Stefanie Heinzmann und die Simple Minds für ganz besondere Momente. Wir haben uns die Night of the Proms in der Erfurter Messe angesehen, Eindrücke und viele Fotos mitgebracht.

Alle haben sich lieb. Selbst auf der Bühne umarmen sich die Künstler und knuddeln. Eine so ausgelassene Stimmung unter Musikern solch verschiedener Genres ist vermutlich nicht der Normalfall. Bei der Night of the Proms 2016 in Erfurt hat sich eine sympathische Reisegruppe gefunden, bei denen das Singen vor und nach dem Konzert nicht aufhört.

Heimliche Stars der Tour, die den NOTP-Tross in zahlreiche Städte Deutschlands führt, sind dabei drei amerikanische Jungs. „Times for Three“ bringen besonders viel Herzlichkeit mit auf und hinter die Bühne, ihre Backstage-Umkleide ist regelmäßig der Treffpunkt für alle Künstler. Mit Kontrabass und Geigen geht es selbst in den Pausen musikalisch weiter.

Fotos der Night of the Proms in Erfurt:

Stefanie Heinzmann schafft Gänsehautmomente

Auf der Bühne machte nach dem Auftritt der US-Boys Stefanie Heinzmann aus der Schweiz auf sich aufmerksam. Nachdem sie in der Tour-Pause am Montag ausgiebig die Erfurter Innenstadt und den Weihnachtsmarkt erkundet hat – alles sehr schön, wie sie findet – überwältige sie das Erfurter Publikum in der Messehalle mit ihrer unglaublichen Stimme.

Das geht weit über ein „sie singt ganz nett“ hinaus. Das sind Gänsehautmomente – bereits als sie „My man is a mean man“ anstimmt. Mit „On Fire“ und „In the end“ schiebt sie zwei starke Titel hinterher, die durch die orchestrale Begleitung noch gewinnen. Sie ist Teil der Verjüngungskur für die Night of the Proms. Immer wieder treten junge Künstler mit den „Alt-Stars“ auf – in diesem Jahr steht auch erstmals eine junge Dirigentin aus Brasilien am Steuerrad des großen Orchesters: Alexandra Arriechi.

Power-Frauen Heinzmann, Arriechi und Bedingfield

„Frauen-Power“ nannte es Moderator Uwe Bahn, aber nicht nur am Taktstock. Auch die zweite weibliche Stimme des Abends Natasha Bedingfield verfügt über ein ungewöhnlich trainiertes Organ. In Deutschland konnte man die Britin live bisher nicht oft zu Gesicht bekommen. Ihren Hit „Unwritten“ haben die Menschen allerdings nicht vergessen. Anders als die angesagten Namen der Songs, schafft es an diesem Abend in Erfurt eine kleine Melodie, diesen Aha-Effekt herauszukitzeln und den Gästen der Messehalle ein leises Raunen zu entlocken. Das gelingt natürlich bei „Soulmate“ noch viel mehr, das seit 2007 auf allen Radiosendern immer wieder gespielt wird.

Noch deutlich lauter wurde es allerdings beim irischen Star der Night of the Proms in Erfurt, Ronan Keating. Mit 16 Jahren stieg er bei der Band Boyzone ein, und im Jahr 2000 dort wieder aus. Seither hat er fünf Soloalben hingelegt. Stimmlich bestens aufgelegt, konnte er sich gegen das Kreischen weiblicher Fans von der Bühne aus durchsetzen.

Fotos der Night of the Proms in Mannheim:


Als er aber ankündigte, den Song „When you say nothing at all“ aus dem Film „Notting Hill“ (1999) zu spielen, war der Rest seiner Ansage kaum noch zu hören. Selbst einen Ausflug ins Publikum wagte Keating, als er mit „Life is a Rollercoaster“ einen weiteren Nummer-eins-Hit intonierte. Da hielt es einen Teil der Gäste schon nicht mehr auf den Sitzplätzen und vor der Bühne füllte es sich.

Helden in Erfurt - Hommage an David Bowie

Das änderte sich auch nach der Halbzeit nicht. Einige Zuschauer wollten vor der Bühne mittanzen, während sich auf der Bühne schöne Allianzen bildeten. Stefanie Heinzmann und Time for Three, Ronan Keating und John Miles mit dem Boyzone-Cover-Hit „Father and Son“. Gleichzeitig steuerte die Show langsam auf die Headliner zu.

Die Simple Minds haben rund 60 Millionen Tonträger an den Mann gebracht. Mit verantwortlich dafür war auch ein Hit namens „Belfast Child“, ein Song über den Bürgerkrieg in Nordirland. Den vermissen die Fans auf dem Akustik-Album, live ist er selten zu hören. Aber auf dieser Tour war das Sieben-Minuten-Stück mit keltischen Klängen das Herzstück ihrer fünf Titel, auch wenn mit „Dont you“ am Ende nochmal ein Kracher auf die Zuhörer wartete.

Die mit Abstand schönste Allianz bildete sich allerdings zum Schlusstitel, der viele Jahre den Beatles gehörte: Aus Respekt vor dem in diesem Jahr verstorbenen David Bowie sangen alle Künstler zusammen „Heros“. Helden waren sie auch selbst an diesem Abend, nicht nur stimmlich.

#Leben  Hilfe für Rumänien: Erfurterin begleitet Konvoi der Weihnachtspäckchen

Gemeinsam mit Kerstin Reichl vom Cafe Grünes Herz hat Julia Stollberg (rechts), Präsidentin des Ladies' Circle 69 Erfurt, Geschenke für den diesjährigen Weihnachtspäckchenkonvoi gesammelt. Ab Freitag begleitet sie den Transport nach Rumänien.
Gemeinsam mit Kerstin Reichl vom Cafe Grünes Herz hat Julia Stollberg (rechts), Präsidentin des Ladies' Circle 69 Erfurt, Geschenke für den diesjährigen Weihnachtspäckchenkonvoi gesammelt. Ab Freitag begleitet sie den Transport nach Rumänien.
Foto: Ulrike Fröbel

Jedes Jahr bahnen sich die Trucks in der Vorweihnachtszeit ihren Weg über die Straßen. Nein, die Rede ist nicht von den rot-weißen Werbefahrzeugen einer bekannten Getränkemarke, sondern vom Weihnachtspäckchenkonvoi. Der bringt seit mehr als zehn Jahren Weihnachtsgeschenke in die ärmsten Regionen Europas. Mit auf die Reise nach Rumänien machen sich in diesem Jahr auch wieder Pakete aus Thüringen - und die Erfurterin Julia Stollberg.

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