#Moschee  Marbachs Ortschefin schlägt neuen Standort für Moschee vor

Anischt der Pläne für den Moschee-Neubau in Erfurt-Marbach.
Anischt der Pläne für den Moschee-Neubau in Erfurt-Marbach.
Foto: dpa
  • Neuer Vorschlag für Standort der Moschee in Erfurt
  • Marbachs Bürgermeisterin hält Universitätsgelände für geeignet
  • Ahmadiyya-Gemeinde sieht Ablenkungsmanöver

Die Bürgermeisterin von Erfurts Ortsteil Marbach hat erneut das Universitätsgelände als möglichen Standort für den Neubau einer Moschee ins Gespräch gebracht. Das wäre eine ideale Variante, sagte Katrin Böhlke (parteilos). An der Hochschule gebe es Studenten verschiedener Glaubensrichtungen. In ihrem Ortsteil sei das dagegen nicht der Fall. "Außerdem verfügt die Universität über eine Professur für Islamwissenschaften", ergänzte Böhlke. Ob ein Bau dort möglich sei, wisse sie allerdings nicht. "Es gehört nicht zu meinen Aufgaben, das prüfen", sagte sie.

Bildergalerie: Neue Pläne für die Moschee in Erfurt-Marbach

Die muslimische Ahmadiyya-Gemeinde will in Marbach eine Moschee bauen - an einem anderen Standort als zunächst geplant. Nach Angaben von Gemeindesprecher Suleman Malik prüfte die Stadtverwaltung eine entsprechende Bauvoranfrage für ein neues, etwa 4000 Quadratmeter großes Grundstück und gab grünes Licht dafür. Unklar ist noch, wann der Bauantrag gestellt wird.

Google Maps: Geplanter Moschee-Standort in Erfurt-Marbach

Malik: Neuer Vorschlag ist Ablenkungsmanöver

Malik bezeichnete den Vorschlag Böhlkes als Ablenkungsmanöver. "Ich kann nur mit dem Kopf schütteln." Seine Gemeinde habe erst Anfang November davon erfahren, dass das nun bevorzugte Grundstück zum Verkauf stehe. Erste Planungen sahen den Neubau an der Bundesstraße 4 und damit entfernt von Marbach vor. In dem Ortsteil leben viele Mitarbeiter von Verwaltungen.

Marbachs Bürgermeisterin kritisiert Ahmadiyya

Böhlke kritisierte die muslimische Gemeinde dafür, erst spät über das neue Areal öffentlich informiert zu haben. "Das macht die Menschen sauer und fördert nicht die Akzeptanz für das Projekt", sagte sie. Habe bislang "gefühlt eine Mehrheit" den geplanten Bau kritisch gesehen, "so ist diese Gruppe nun gewachsen", erklärte sie. "Bauvoranfragen werden grundsätzlich nicht öffentlich gehandelt", argumentierte Malik dagegen.

Im Vergleich zum alten Standort soll das Minarett nach Angaben der Gemeinde nur noch acht statt der vormals geplanten elf Meter hoch sein. Die Gebetsräume für Männer und Frauen sollen jeweils 60 Quadratmeter groß sein. Der Bau des muslimischen Gotteshauses sorgt seit Monaten für teils heftige Debatten in Thüringen. Am Mittwoch gingen etwa 100 Menschen in Erfurt gegen die Moschee auf die Straße.

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