#Moschee  Infoabend zur Moschee in Erfurt: Bleibt es friedlich?

Der Sprecher der Erfurter Ahmadiyya-Gemeinde, Mohammad Suleman Malik, stellt die Pläne für die neue Moschee in Marbach vor. (Archivfoto)
Der Sprecher der Erfurter Ahmadiyya-Gemeinde, Mohammad Suleman Malik, stellt die Pläne für die neue Moschee in Marbach vor. (Archivfoto)
Foto: Ann-Sophie Bohm-Eisenbrandt
  • Polizei bei Infoveranstaltung zu Moschee in Erfurt
  • Linksfraktion lädt Ahmadiyya-Gemeinde ein
  • Bauantrag für Moschee in Marbach verzögert sich

Erfurt steht ein hitziger Diskussionsabend zur geplanten Moschee bevor. Die Linksfraktion im Stadtrat hat für Mittwoch um 18.30 Uhr zu einer Infoveranstaltung in die Stadtteilbibliothek am Berliner Platz eingeladen. Gegner des in Marbach geplanten Gotteshauses wollen die Plattform nutzen, um ihre Ablehnung zum Ausdruck zu bringen. Einen entsprechenden Facebook-Aufruf von „Erfurt sagt Nein“ teilten unter anderem mehrere AfD-Kreisverbände. Darin fordert die Gruppe dazu auf, „ein Zeichen zu setzen“.

Unklar ist noch, wie genau der Protest aussehen wird. Es werden jedoch Erinnerungen an Anfang Juni wach, als eine Infoveranstaltung in Marbach die Gemüter erhitzte. Damals hallten Buh-Rufe durch die Sporthalle, Oberbürgermeister Andreas Bausewein wurde ausgepfiffen.

Polizei steht bereit

Sicher ist, dass die Polizei in Alarmbereitschaft ist. „Es gibt einen Einsatz“, sagte Sprecherin Judith Schnuphase-Stahn am Dienstag. Neben Polizisten aus Erfurt soll auch die Bereitschaftspolizei vor Ort sein. Wie genau die Beamten aufgestellt sein werden, dazu machte die Sprecherin keine Angaben.

Mit einem Polizei-Großaufgebot in der Bibliothek müssen die Besucher zwar nicht rechnen. Die Einsatzkräfte werden aber im Hintergrund bereitstehen. „Unsere Kräfte sind sofort verfügbar, wenn wir sie brauchen“, kündigte Schnuphase-Stahn an. Es werde auf jeden Fall sichergestellt, dass die Veranstaltung stattfinden kann.

Ahmadiyya informiert über Moschee in Erfurt und Berlin

Am Mittwochabend soll unter anderem der Berliner Imam Said Ahmed Arif über die Erfahrungen der 2008 in Pankow eröffneten Moschee berichten. Der Sprecher der Ahmadiyya-Gemeinde in Erfurt, Mohammad Suleman Malik, informiert außerdem über den aktuellen Stand aus Marbach. Die Linksfraktion als Gastgeber begrüßte die Pläne schon im Vorfeld: Die Moschee werde einen Raum bieten, in dem Menschen unterschiedlichster Religionen ins Gespräch kommen könnten.

Unterdessen kommt es bei den Vorbereitungen für den Neubau in Marbach zu Verzögerungen. Mehr Infos.

Bildergalerie: So sehen die neuen Moschee-Pläne aus:

Alle Texte rund um die in Erfurt-Marbach geplante Moschee findet ihr unter dem Hashtag #Moschee.

#Politik  Interview: „Die Polizei muss interkulturell versiert sein“

Im Gespräch mit Thüringen24: Professor Thomas Ley und Benjamin Bloch.
Im Gespräch mit Thüringen24: Professor Thomas Ley und Benjamin Bloch.
Foto: Axel Heyder

Bei der Thüringer Polizei soll zukünftiges Führungspersonal für Antisemitismus und Rassismus sensibilisiert und geschult werden. Dies sieht ein Vertrag zwischen der Thüringer Fachhochschule für öffentliche Verwaltung in Meiningen und dem Projekt "Perspektivwechsel Plus" der Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland (ZWST) vor.

Mehr lesen