#Moschee  Pläne für Moschee in Erfurt ernten Widersprüche - Hetze gegen Ahmadiyya

Das Gelände, auf dem die Moschee in Erfurt-Marbach entstehen soll, ist vor allem von Gewerbeflächen umgeben.
Das Gelände, auf dem die Moschee in Erfurt-Marbach entstehen soll, ist vor allem von Gewerbeflächen umgeben.
  • Moschee in Erfurt-Marbach: Ahmadiyya-Gemeinde will Bauantrag stellen
  • Widersprüche gegen Bauvoranfrage werden noch geprüft
  • Hetze und Zuspruch zu Erfurter Moschee-Plänen

Bei den Vorbereitungen für den Neubau der Moschee in Erfurt-Marbach kommt es zu Verzögerungen. Eigentlich ist die Bauvoranfrage vom Rathaus mittlerweile genehmigt. Doch es liegen mehrere Widersprüche dagegen vor, wie die Stadtverwaltung auf Anfrage von Thüringen24 mitteilte. Darüber müsse noch entschieden werden.

Ahmadiyya gibt sich optimistisch

Deshalb wird die Ahmadiyya-Gemeinde ihren Bauantrag erst später einreichen. Sprecher Malik gibt sich dennoch optimistisch: „Das war zu erwarten. Das haben wir auch in anderen Städten erlebt.“ Da es in der näheren Umgebung zur künftigen Moschee keine Wohnbebauung gebe, die beeinflusst werden könnte, rechnet er nicht mit einem Erfolg der Widersprüche. Wie lang sich der gesamte Prozess aber noch hinzieht, ist derzeit völlig offen. „Den Bau einer Moschee zu genehmigen, dauert mitunter mehrere Jahre“, weiß Malik. Die Ahmadiyya übe sich dabei in Geduld.

Bildergalerie: So sehen die neuen Moschee-Pläne aus:

Hetz-Botschaften gegen Erfurter Muslime auf Facebook

Geduld ist auch im Umgang mit den Meinungsäußerungen zum Thema Moschee in Erfurt gefragt. „In den sozialen Medien sind viele Bosheiten zu lesen. Es wird gegen die Gemeinde und auch gegen mich persönlich sehr viel gehetzt“, berichtet Malik. Einige Facebook-Posts seien auch volksverhetzend, etwa wenn ein User vorschlägt, die Moschee in das ehemalige Konzentrationslager Buchenwald zu verlegen.

Bislang will der Ahmadiyya-Sprecher gegen solche Angriffe nicht juristisch vorgehen. „Ich bin der Auffassung, dass wir auf echten Dialog setzen müssen.“ Proteste gegen den Bau von Moscheen seien durchaus normal. „Wenn man zu öffentlichen Informationsveranstaltungen einlädt, nutzen das Gegner in der Regel aus und machen Stimmung dagegen.“

Google Maps: Hier soll die Moschee entstehen

Malik: „Selten so viel Zuspruch wie in Erfurt“

Insgesamt seien die Reaktionen gemischt. Nach Maliks Ansicht überwiegen jedoch die positiven: „Ich habe über das Jahr so viele Nachrichten von Menschen bekommen, die das unterstützen. Ich denke, das ist die Mehrheit.“ Er zieht auch einen Vergleich zu anderen Regionen, in denen die Ahmadiyya neue Moscheen gebaut hat: „Wir haben selten so viel Zuspruch erhalten wie in Erfurt.“

Am Mittwochabend hat die Stadtratsfraktion der Linken zu einem Infoabend eingeladen. Neben Mitgliedern der Ahmadiyya haben auch Gegner der Moschee ihr Kommen angekündigt. Die Polizei bereitet sich auf einen Einsatz vor.

Alle Texte rund um die in Erfurt-Marbach geplante Moschee findet ihr unter dem Hashtag #Moschee.

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