Frau stirbt in Gewaltexzess: Ex-Polizeianwärter kündigt Geständnis an

Vor dem Landgericht Gera steht seit Dienstag ein Mann, der seine Ex-Freundin mit einer Hantel so massiv geschlagen haben soll, dass sie an den Folgen verstarb. (Archivfoto)
Vor dem Landgericht Gera steht seit Dienstag ein Mann, der seine Ex-Freundin mit einer Hantel so massiv geschlagen haben soll, dass sie an den Folgen verstarb. (Archivfoto)
Foto: Sebastian Kahnert/dpa

Mit einer Hantel soll ein 29-Jähriger das Gesicht seiner Ex-Partnerin so massiv zertrümmert haben, dass sie starb. Wegen Totschlags steht er vor Gericht. Zum Prozessauftakt kündigt der Mann ein Geständnis an.

Es hatte ein letztes Treffen zweier Menschen werden sollen, die einst ein Paar waren. Doch das Gespräch mündet in einen Gewaltexzess. Seit Dienstag steht deswegen ein 29 Jahre alter, ehemaliger Polizeianwärter in Gera vor Gericht.

Frau mit Hantel ins Gesicht geschlagen

Laut Anklage soll er in der Wohnung seiner Ex-Partnerin in Wut geraten und sie dann mit einer Flasche niedergestreckt haben. Dann habe er ihr mit einer 7,5 Kilogramm schweren Hantel mindestens zehn Mal ins Gesicht geschlagen, sagte Staatsanwalt Andreas Petzel zum Prozessauftakt am Dienstag. Dabei sei das Gesicht der Frau massiv zertrümmert worden. Sie starb noch in der Nacht im Krankenhaus an ihren schweren Verletzungen.

Beziehung zu "Traumfrau" ging in die Brüche

Der 29-Jährige mit Vollbart kündigte vor Gericht ein Geständnis für den nächsten Verhandlungstag am Freitag an. Aufschluss über die Beziehung gab aber schon seine Aussage vor dem Haftrichter, die Richter Uwe Tonndorf vorlas. Demnach sind sich beide 2009 als Studenten in einem Seminar begegnet. „Sie war eine Traumfrau für mich“, hatte der Angeklagte im September zu Protokoll gegeben. Es habe sich mit der Zeit eine intime Beziehung entwickelt bis hin zur inoffiziellen Verlobung.

Im Sommer 2015 habe die Frau überraschend Schluss gemacht; erst später habe er erfahren, dass sie einen anderen Mann hatte.

Flucht über den Balkon

Als die 30-Jährige aus Jena fortziehen wollte, hätten sie sich noch einmal treffen wollen. „Ich wollte einen positiven Abschluss unserer Beziehung.“ Sie hätten über ihre Zukunftsvorstellungen geplaudert und seien spazieren gegangen. Als die Frau später über ihre frühere Beziehung sprach und ihn mit ihrem früheren Geliebten verglich, habe er sie gepackt.

Dann wisse er nicht mehr, was genau passiert sei, hatte er beim Haftrichter ausgesagt. Er erinnere sich nur noch, dass er über ihr war und sie Blut spuckte. Als dann Nachbarn an die Tür klopften und drohten, die Polizei zu rufen, habe er sich gewaschen, sei vom Balkon gut acht Meter in die Tiefe gesprungen und geflüchtet.

Polizeianwärter fiel durch Aggressivität auf

Zunächst seien die Ermittler von einem Sportunfall ausgegangen, sagte eine Kriminalbeamtin vor Gericht. Doch habe sich rasch herausgestellt, dass die Hantel nicht vom Schrank gefallen sein konnte und die Frau Opfer eines Verbrechen geworden sei. Zudem sagte sie, der Angeklagte sei in der Zeit als Polizeianwärter durch Aggressivität aufgefallen, wenn er betrunken war.

Außerdem habe er Kollegen außerhalb des Dienstes bedroht und beleidigt. Deswegen habe es ein Disziplinarverfahren gegeben und sei er schließlich als „charakterlich ungeeignet für den Polizeidienst“ entlassen worden.

Anklage auf Totschlag

Die Anklage lautet auf Totschlag. Im Falle einer Verurteilung sieht das Gesetz dafür eine Haftstrafe von mindestens fünf Jahren vor. Für den Prozess sind weitere Verhandlungstermine bis 21. Februar geplant. Die Mutter des Opfers verfolgt das Geschehen als Nebenklägerin. Richter Tonndorf sprach ihr zum Auftakt sein Mitgefühl aus: „Das Verfahren wird für sie emotional sehr belastend werden.“

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Zwei Männer aus Thüringen stehen vor Gericht, weil sie mit dem Geld von Anlegern spekuliert haben. (Symbolbild)
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