#Tiere  Eine Frage des Überlebens: Der Luchs braucht Thüringen

Die Pinsel auf den Ohren helfen dem Luchs wahrscheinlich, Geräusche zu orten.
Die Pinsel auf den Ohren helfen dem Luchs wahrscheinlich, Geräusche zu orten.
Foto: dpa

Die Großkatze ist zurück in Deutschland. Im Freistaat kommt sie bisher nur selten vor. Wie selten soll jetzt ein Monitoring des Umweltministeriums klären.

200 Jahre galt er als ausgerottet – jetzt kehrt der Luchs langsam auf leisen Pfoten nach Deutschland zurück. Im Harz leben laut neuesten Zahlen der Nationalparkverwaltung bereits rund 90 Exemplare. Auch in Nordhessen siedeln sich die Großkatzen an. Nur Thüringen kommt bisher bei den Tieren mit den Pinselohren nicht so richtig gut an. Dabei wäre gerade die Besiedelung des Freistaates wichtig für die Art, sagt Silvester Tamás von der Landesarbeitsgruppe Luchs des Naturschutzbundes Nabu Thüringen.

„Thüringen liegt zwischen den zwei wichtigen Luchsgebieten Bayrischer Wald und im Harz“, erklärt er. „Bisher sind die beiden Populationen noch voneinander getrennt. Ihre Durchmischung ist aber für ihr langfristiges Überleben sehr wichtig.“ Nur wenn sich die Tiere in Thüringen ausbreiten, sei ein genetischer Austausch zwischen beiden Gruppen möglich.

Luchsmonitoring soll Klarheit bringen

Wie viele Luchse sich bereits in Thüringen aufhalten, ist nicht genau bekannt. Bisher gebe es nur spärliche Nachweise, dass Tiere im Freistaat unterwegs sind. Klarheit soll nun ein Monitoring bringen, das derzeit vom Thüringer Umweltministerium zusammen mit dem Nabu und dem Thüringer Jagdverband vorbereitet wird. Ziel ist es, den Bestand, die Verbreitung und die Vermehrung der Katze zu erfassen. Die Zählung soll noch in diesem Jahr starten.

Die so gewonnenen Daten sollen dabei helfen, die Lebensbedingungen des Luchses in Thüringen zu verbessern. So könnten zum Beispiel mögliche Gefahrenstellen im Straßenverkehr erkannt und Wildbrücken errichtet werden. „Unser Ziel ist es, dass die Luchse Thüringen auf natürlichem Weg wiederbesiedeln“, betont Tamás. Das Aussetzen von Tieren sei für den Nabu derzeit keine Option.

Luchsmutter von fünf Jungen getötet

Hindernisse für die Ausbreitungen seien unter anderem die Zersiedelung der Wälder, der Straßenverkehr und die illegale Jagd. Der überwiegende Teil der Jäger achte das Jagdverbot und verfolge einen Luchs höchstens, um ihn zu beobachten. Das sei schließlich schon etwas sehr Besonderes. Ein kleiner Teil sehe in der Katze aber einen Jagd-Konkurrenten oder wolle ein Exemplar als Trophäe haben. So komme es immer wieder zu illegalen Tötungen, berichtet der Luchsfachmann.

So auch im Fall der Luchsmutter, die im Mai des vergangenes Jahres die Sensationszahl von fünf Jungen bei Eichsfeld aufzog. Im Dezember wurden allerdings ihre Überreste gefunden - vermutlich wurde sie illegal getötet. „Ihre fünf Jungen sind aller Wahrscheinlichkeit nach auch tot“, bedauert Tamás. „Sie waren einfach noch zu klein, um ohne Mutter überleben zu können.“

Keine Angst vor dem Luchs nötig

Vor der Raubkatze brauche niemand Angst zu haben, betont er. „Der Mensch ist keine Beute für einen Luchs, er ist scheu und meidet Siedlungsgebiete“, erklärt er. Nur wenn ein Tier verletzt oder krank sei, verhalte es sich bisweilen merkwürdig, genauso wie andere Wildtiere. Auch Halter von Herdentieren müssen die Katze nicht fürchten. „Durch einen entsprechenden Elektrozaun kann die Herde gut geschützt werden“, sagt der Naturschützer. „Hierzu berät der Nabu Halter gerne.“

Luchssteckbrief: https://thueringen.nabu.de/tiere-und-pflanzen/saeugetiere/luchs/steckbrief/index.html

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