#Verkehr  Blockierte Rettungsgassen: Wird's für Gutverdiener bald richtig teuer?

Eine vorbildliche Rettungsgasse bei einem Stau. (Archivfoto)
Eine vorbildliche Rettungsgasse bei einem Stau. (Archivfoto)
Foto: Peter Steffen, dpa

Nach Unfällen auf der Autobahn müssen andere Autofahrer eigentlich eine Rettungsgasse bilden. Doch nicht alle halten sich daran - und machen so den Rettungskräften die Arbeit unnötig schwer.

Autofahrer, die bei Unfällen auf der Autobahn im Stau Rettungswege blockieren, sollen nach Vorstellungen von Innenminister Holger Poppenhäger (SPD) dafür ein höheres Bußgeld zahlen. Bisher würden sie mit 20 Euro zur Kasse gebeten, sagte Poppenhäger am Montag in Erfurt bei der Vorstellung der Verkehrsunfallzahlen für das vergangene Jahr. „Das ist nach meinem Dafürhalten zu wenig.“ Die Polizei beklagt, dass Einsatzkräfte nach Unfällen oftmals nur schwer an die Verunglückten herankommen, weil andere Autofahrer keine Rettungsgasse bilden. 2016 ereigneten sich in Thüringen rund 3700 der insgesamt erfassten knapp 57.000 Unfälle auf Autobahnen.

Je höher der Verdienst, desto höher das Bußgeld?

Denkbar seien nach der Einkommenshöhe gestaffelte Bußgelder, sagte der Minister. Die SPD-Innenminister der Bundesländer plädierten bei schweren Verkehrsverstößen für eine solche Regelung nach dem Vorbild des Strafrechts. Dass Rettungsgassen blockiert werden, „könnte so ein Fall sein“, so Poppenhäger. Gerade auf Autobahnen verliefen Unfälle häufig schwerwiegend und hätten hohen Sachschaden zur Folge. 13 Menschen kamen im vergangenen Jahr auf Autobahnen ums Leben, vor allem auf der A4. Bei der jüngsten Sitzung hatten sich die Innenminister der Länder und des Bundes auf eine Überprüfung der Sanktionen verständigt.

Auch die Thüringer Polizei sieht Handlungsbedarf. Neben höheren Bußgeldern sei vor allem mehr Aufklärungsarbeit nötig, sagte der Präsident der Landespolizeidirektion, Uwe Brunnengräber. Schließlich könne jeder nach einem Verkehrsunfall auf schnelle Hilfe angewiesen sein.

Thüringer Verkehrsstatistik: So wenige Tote wie lange nicht

Insgesamt starben im vergangenen Jahr in Thüringen 104 Menschen im Straßenverkehr, das ist laut Innenministerium der niedrigste Stand seit 25 Jahren. Etwa 2000 Menschen wurden schwer verletzt und rund 6600 leicht. Verdoppelt im Vergleich zu 2015 hat sich die Zahl der tödlich verunglückten jungen Fahrer. Zehn junge Menschen im Alter von 18 bis 25 Jahren starben am Steuer. Der Anteil dieser Altersgruppe an Verkehrsunfällen insgesamt liegt bei 12 Prozent - er ist mehr als doppelt so hoch wie ihr Bevölkerungsanteil (5 Prozent). Hauptunfallursache bleibt überhöhte Geschwindigkeit - nicht nur auf Autobahnen.

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