Groß-Attacke auf Polizei: Neonazis aus zwölf Bundesländern sammelten sich in Apolda

Bei einer spontanen Demonstration ist es in Apolda am 1. Mai zu Zusammenstößen mit der Polizei gekommen.
Bei einer spontanen Demonstration ist es in Apolda am 1. Mai zu Zusammenstößen mit der Polizei gekommen.
Foto: Stefan Eberhardt

Die thüringische Kreisstadt Apolda war am 1. Mai Ziel von rund 150 Neonazis. Rechtsextremisten verließen dort nach einer Demo in Halle den Zug und attackierten massiv Polizisten. Nun hat sich herausgestellt, dass die Randalierer aus fast allen Bundesländern kamen.

An den Neonazi-Ausschreitungen am 1. Mai in Apolda waren nach Angaben der Landesregierung rund 150 Rechtsextremisten aus zwölf Bundesländern beteiligt. Darunter seien 55 Tatverdächtige aus Thüringen gewesen, die zwölf extrem rechten Gruppierungen zugeordnet werden konnten. Das geht aus der am Mittwoch veröffentlichten Antwort des Innenministeriums auf eine Anfrage der Linken-Abgeordneten Katharina König-Preuss hervor. Zu den genannten Gruppierungen gehörten den Angaben zufolge unter anderen „Kollektiv 56“, „Division Gotha“ oder „Werwölfe Thüringen“.

Krawalle in Apolda - Fotos vom Einsatz der Polizei:

Neonazis greifen Polizei in Apolda an

Zahlreiche Neonazis waren seinerzeit auf der Rückfahrt von einer Demonstration in Halle (Sachsen-Anhalt) in Apolda aus dem Zug gestiegen. Dort trafen sie sich mit weiteren Rechten zu einer „Spontandemonstration“ und griffen Einsatzkräfte der Polizei an. Ein Großteil der Randalierer konnte damals festgenommen werden.

100 Neonazis ohne Polizeibegleitung

Die Neonazis, gegen die wegen Landfriedensbruchs, Widerstands und Sachbeschädigungen ermittelt wird, stammen aus Thüringen, Hessen, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Berlin, Brandenburg, Niedersachsen, Bayern, Nordrhein-Westfalen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein. In Merseburg hatten seinerzeit etwa 200 bis 250 Neonazis den Zug in Richtung Erfurt verlassen - und mit ihnen laut Innenministerium auch ein kompletter Einsatzzug der Bundespolizei. Weitere rund 100 Rechte waren bis Apolda weitergefahren - ohne Begleitung durch Ordnungshüter.

Polizei-Verstärkung bringt Randalierer unter Kontrolle

Die Linke-Abgeordnete nannte dies ein schwer nachvollziehbares Sicherheitsrisiko. Sie sei froh, dass die Thüringer Polizei an mehreren Bahnhöfen präsent war und nach Apolda zügig insgesamt 215 Beamte schickte. Der Großteil der 150 Randalierer habe so dingfest gemacht werden können. Bei dem Einsatz wurden laut Ministerium drei Polizeifahrzeuge beschädigt. Auch die Scheibe eines Versicherungsgebäudes ging durch einen Pflasterstein zu Bruch. Die Polizei fand später auch Nothämmer aus dem Zug.

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Bei einem Unfall im Kreis Gotha wurde eine 17-jährige Radfahrerin schwer verletzt. (Symbolbild)
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