Ausgeläutet: Hunderte Menschen nehmen Abschied von alten Gothaer Glocken

Fachkräfte der Firma Turmuhren und Glocken Willing aus Gräfenhain heben am Samstag, 12. August 2017, die drei alten Stahlblocken aus dem Jahr 1922 von ihrem angestammten Platz und lassen sie am Kran auf den Gothaer Neumarkt sinken. Die alten Glocken mit einem Gewicht von 3,2 Tonnen, 1,3 Tonnen und 855 kg werden durch neu gegossene Bronzeglocken ersetzt. Zuvor wird der Glockenstuhl der Kirche erneuert. Nach der Fertigstellung kommen die neuen Glocken an ihren Platz, wo sie zum Reformationstag 2017 zum ersten Mal läuten und die nächsten Jahrhunderte sicher hängen und angeschlagen werden sollen.
Fachkräfte der Firma Turmuhren und Glocken Willing aus Gräfenhain heben am Samstag, 12. August 2017, die drei alten Stahlblocken aus dem Jahr 1922 von ihrem angestammten Platz und lassen sie am Kran auf den Gothaer Neumarkt sinken. Die alten Glocken mit einem Gewicht von 3,2 Tonnen, 1,3 Tonnen und 855 kg werden durch neu gegossene Bronzeglocken ersetzt. Zuvor wird der Glockenstuhl der Kirche erneuert. Nach der Fertigstellung kommen die neuen Glocken an ihren Platz, wo sie zum Reformationstag 2017 zum ersten Mal läuten und die nächsten Jahrhunderte sicher hängen und angeschlagen werden sollen.
Foto: Uwe-Jens Igel / Mediengruppe Thüringen

Seit Ende 2014 ist das Geläut der Gothaer Margarethenkirche im Stadtzentrum stumm. Doch nicht mehr lange. Zum 500. Jahrestag der Reformation werden vier neue Bronzeglocken vom Turm erschallen.

Unter den Augen Hunderter Zuschauer sind am Samstag die alten Stahlglocken der Gothaer Margarethenkirche außer Dienst gestellt worden. Sie wurden per Kran durch die Firma Turmuhren- und Glockenservice Willing aus Gräfenhain heruntergenommen und in einer Nische an der Kirche deponiert. Pfarrer Jochen Franz schätzte, dass mindestens 500 Menschen diese Aktion samt Andacht unter freiem Himmel verfolgt haben. Musikalisch umrahmt wurde das Ganze auf dem Neumarkt von einem Bläserchor.

Schicksal der alten Glocken noch offen

Das Geläut der spätgotischen Hallenkirche in der Innenstadt ist kaputt und deswegen seit Dezember 2014 stumm. Es gebe bereits Interessenten für die alten Glocken, erklärte Franz. Ob sie verkauft, versteigert oder doch verschrottet werden sei noch offen. Sie waren 1922 als Ersatz für die im Ersten Weltkrieg zur Rüstungsproduktion demontierten Originalglocken installiert worden.

Neue Glocken kommen im September nach Gotha

Künftig sollen vier Bronzeglocken ertönen. Sie seien von einer Firma in Karlsruhe gegossen worden, sagte der Glockenexperte der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland, Marcus Schmidt, der Deutschen Presse-Agentur. Die größte von ihnen wiege mehr als 2,7 Tonnen. Nach Angaben von Pfarrer Franz werden sie am 30. September auf festlich geschmückten Wagen in die Stadt kommen und dann im Glockenstuhl installiert. Der wird bis dahin von einem Zimmermann auf Vordermann gebracht. Erstmals über den Dächern Gothas erklingen werden sie zum 500. Jahrestag der Reformation am 31. Oktober.

Unterstützung durch Spender

Die Kosten für das Projekt beliefen sich auf mehr als 200.000 Euro, sagte Franz. Das Geld sei durch Spenden und Fördermittel zusammengekommen. Für viele Menschen hätten die Glocken, die von Gothaer Künstlern gestaltet und als Friedensglocken gewidmet seien, eine hohe Symbolkraft. „Viele Menschen haben erkannt, dass sie hier etwas unterstützen können, was weit über ihr irdisches Dasein hinausgeht.“

Er schätzt, dass die neuen Bronzeglocken eine Lebensdauer von bis zu 500 Jahre haben können. Künftig sollen sie dann wieder dreimal täglich zum Gebet einladen sowie zu Gottesdiensten und besonderen Anlässen läuten.

Insolvenzantrag: Warum eine Bäckereikette aus Arnstadt in Schwierigkeiten steckt

Die Bäckereikette frischback aus Arnstadt hat einen Antrag auf Insolvenz gestellt. (Symbolbild)
Die Bäckereikette frischback aus Arnstadt hat einen Antrag auf Insolvenz gestellt. (Symbolbild)
Foto: Marcel Kusch / dpa

Die Bäckereikette Frischback ist seit 1952 am Markt, doch nun ist sie zum Sanierungsfall geworden. Deswegen hat sie Insolvenzantrag gestellt. Trotzdem werden weiter Brot, Kuchen und Stollen gebacken.

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