Björn Höcke bricht ZDF-Interview ab – dann sorgt er für Entsetzen

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  • AfD-Politiker Björn Höcke hat für einen Eklat gesorgt
  • Der AfD-Mann bricht zuerst ein Interview ab und stellt merkwürdige Forderungen
  • Richtig krass wird es dann am Ende des Interviews

Nicht nur AfD-Fraktionschef Alexander Gauland hat keine Lust auf unbequeme Fragen. Bei Thüringens AfD-Landeschef Björn Höcke sieht das wohl ähnlich aus. Das wurde in der ZDF-Sendung „Berlin direkt“ deutlich.

Ein Interview mit dem ZDF hat AfD-Mann Björn Höcke mittendrin abgebrochen - und dem Sender mit „massiven Konsequenzen“ gedroht.

Björn Höcke bricht Interview ab – dann wird es heftig

Bei dem Interview war es nach Angaben des ZDF unter anderem um Björn Höckes Bedeutung in der AfD und seine politische Sprache gegangen.

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So hatte das Team von „Berlin Direkt“ im Vorfeld AfD-Parteikollegen Zitate von Björn Höcke vorgelegt und dazu die Frage gestellt: Ist das aus „Mein Kampf“ oder von Björn Höcke?

Zitat von AfD-Mann Björn Höcke oder Hitler?

Bei dem Zitat handelt es sich um diesen Satz: „Wenn einmal die Wendezeit gekommen ist, dann machen wir Deutschen keine halben Sachen, dann werden die Schutthalden der Moderne beseitigt.“

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Die AfD-Leute konnten die Frage nicht klar beantworten. Die erste Frage beim Interview mit Björn Höcke lautete: „Ihre eigenen Leute können jetzt da nicht sagen, ob das noch Höcke oder schon Hitler ist. Was sagt das über Ihre Sprache aus?"

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Das ist „Mein Kampf“:

  • Das Buch ist eine Propagandaschrift, in der Adolf Hitler seine Ideologie offenlegt. Darin legt er seinen Judenhass sowie vom Lebensraum im Osten Europas
  • Hitler schrieb große Teile des Buchs während er nach einem gescheiterten Putsch in Festungshaft saß
  • Die beiden Bände des Buchs wurden 1925 und 1926 veröffentlicht
  • Allein bis zur Machtergreifung Hitlers im Januar 1933 wurde das Buch über 200.000 mal verkauft

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Höckes Antwort: „Das sagt vor allen Dingen, dass die meisten mein Buch gar nicht gelesen haben."

AfD-Politiker verteidigt Wörter wie „entartet“

Im Laufe des weiteren Interviews verteidigt AfD-Mann Björn Höcke Begriffe wie „entartet“ - ein Begriff, der eng verknüpft mit der Propagandasprache der Nazis ist.

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Björn Höcke

  • 1972 in Lünen/NRW geboren
  • Seit 2013 ist Höcke in der AfD
  • Höcke ist seit 2014 Fraktionsvorsitzender der AfD in Thüringen
  • Höcke ist Gymnasiallehrer, aber beurlaubt
  • Er ist Kopf des rechtsextremen "Flügels" der AfD
  • Seine politischen Positionen gelten zum Teil als rechtsextrem

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Nach knapp zehn Minuten bricht der Sprecher von Björn Höcke das Interview ab, wie das ZDF berichtet. Die Fragen hätten den AfD-Politiker „stark emotionalisiert“. Man könne das Interview ja nochmal neu starten, Höcke wisse dann, zu welchen Fragen er sich äußern müsse.

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Und das, obwohl es absolut unüblich ist, Politikern bei Interviews vorab Einblick in die Fragen zu geben. Der Pressesprecher der dort eingreift ist Günther Lachmann, er arbeitete vor seinem Engagment bei der AfD für die Zeitung „Welt“. Höcke begrüßte seinen neuen Mitarbeiter im Juli 2017 auf Facebook mit überschwänglichen Worten: „Herzlich Willkommen, Günther Lachmann! (...) Heute gebe ich nur noch sehr sporadisch und ausgewählt Interviews. Die meisten Anfragen werden von mir abschlägig beantwortet. (...) Ich erkläre die Zeit des Rechtfertigens für beendet.“

Auch AfD-Mann Alexander Gauland wollte die Fragen vorher kennen

Interessant: Auch AfD-Fraktionschef Alexander Gauland hatte sich gewünscht, die Zuschauerfragen beim Sommerinterview vorab sehen zu dürfen. Die ARD hatte ihm das zurecht verweigert - für alle anderen Politiker galten die selben Regeln. Gauland hatte daraufhin kurzfristig erklärt, dass er die Fragen der Zuschauer nicht beantworten wolle.

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Auch das ZDF verweigert Björn Höcke eine Wiederholung des Interviews. Da droht Björn Höcke: „Passen Sie auf, dann haben wir ein manifestes Problem. Ich kann Ihnen sagen, dass das massive Konsequenzen hat.“

Unheimliche Drohung

Danach wird es richtig unheimlich. Der AfD-Politiker sagt: „Wir beenden das Interview. Nur dann ist klar... Wir wissen nicht, was kommt. Dann ist klar, dass es mit mir kein Interview mehr für Sie geben wird.“ Der ZDF-Reporter fragt nach: „Und was könnte kommen? Wenn Sie sagen, wir wissen nicht, was kommt“.

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Die Antwort Höckes ist zutiefst schockierend, als Zuschauer läuft es einem eiskalt den Rücken runter: „Vielleicht werde ich auch mal eine interessante persönliche, politische Person in diesem Land. Könnte doch sein“, sagt AfD-Mann Björn Höcke mit einem Grinsen im Gesicht.

Viel Kritik für Björn Höcke

Höcke erntet viel Kritik für seinen Umgang mit kritischen Fragen, etwa von Nico Semsrott, EU-Parlamentarier von „Die Partei“: „Was für ein jämmerliches Würstchen. Will Menschen Gewalt antun und weint dann rum, wenn der Interviewer besser ist als er selbst.“

Das Interview schlägt auch im Ausland hohe Wellen. Zahlreiche Beobachter reagieren schockiert, speziell auf Höckes Drohung. (pen)