Essen: Fußgänger macht merkwürdige Entdeckung im Baldeneysee – Einwohner rätseln

Foto: imago images / Jochen Tack

Essen. Rätselhafte Entdeckung am Baldeneysee in Essen! Bei dem Anblick hätte sich Sandro fast an seinem Eis verschluckt!

Er war gerade auf einer Spazierrunde am Baldeneysee in Essen mit einem Eis in der Hand unterwegs, als er mehrere kleine unbekannte Tiere am Ufer entdeckt. Munter krabbeln sie über die Baumstämme im Wasser, um dann ins kühle Nass zu springen.

Essen: Diese Nagetiere fühlen sich am Baldeneysee heimisch

Einer nach dem anderen reckt neugierig das Näschen in die Luft und verschwindet dann wieder unter Wasser. Scheint eine Großfamilie zu sein. Doch welche Nager sind es, die sich dort im Essener Süden Zuhause fühlen? Weil Sando es genau wissen will, postet er ein Video von seinem Fund in einer Essener Facebook-Gruppe.

Doch eindeutig ist das kleine Nagetier auch für die anderen Tierfreunde nicht auszumachen. Ratten? Bieber? Oder vielleicht Bisam? Die Facebook-Gemeinde rätselt.

Nager im gesamten Ruhrtal zuhause

Die Antwort weiß Jacqueline Schröder, Pressereferentin der Stadt Essen. Bei den kleinen Nagern handelt es sich um Nutria, die am Baldeneysee sowie im weiteren Ruhrtal zuhause sind.

„Es ist eine dort häufige Art, die beim Schwimmen auf der Wasseroberfläche oder gelegentlich auf Grünlandflächen zu beobachten ist. Vorkommen von Bisamratten sind auch belegt, diese Art ist aber deutlich kleiner und weniger auffällig als Nutria“, klärt Schröder auf.

Wie viele dieser Nagetiere genau am Baldeneysee leben, lasse sich nicht sagen. Es sei allerdings anzunehmen, dass die niedlichen Nager überall an der Ruhr und den Gewässern in ihrer Umgebung anzutreffen sind.

Nutrias sind nicht nur niedlich – sondern sorgen auch für Probleme

Das ist nicht unproblematisch: Die Nutrias sind in Essen eigentlich nicht heimisch, sie gehören zu den „invasiven gebietsfremden Arten“. Das heißt, dass sie der heimischen Tier- und Pflanzenwelt schaden könnten.

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Zum Beispiel leiden die Bestände von Röhricht und Wasserpflanzen, weil die Nutria diese Pflanzen mit Vorliebe fressen. Deutlich sichtbar sei dies in der Heisinger Ruhraue.

Für das Zusammenleben mit anderen Tierarten seien hingegen keine negativen Wirkungen bekannt, so Schröder.

Essener von Tiervideo begeistert

Tierfreunde aus dem Ruhrgebiet erfreuen sich trotzdem an den niedlichen Nagetieren. So eben auch Sandro, der das Video bei Facebook geteilt hat. „Es soll ja schließlich jeder wissen, was Essen zu bieten hat“, findet er.

Allen, die am Wochenende noch nichts vorhaben, empfiehlt er einen Ausflug an den beliebten See. Wer genau hinsieht, entdeckt womöglich auch die kleinen Nager. „Es lohnt sich auf jeden Fall! Die Natur holt sich wieder einiges zurück.“