Corona-Mutation: Lage in England außer Kontrolle – neue Erkenntnisse über Virus-Variante

Eine Corona-Mutation aus England sorgt für Alarm in Europa und der ganzen Welt. Hier alle bisher bekannten Infos.
Eine Corona-Mutation aus England sorgt für Alarm in Europa und der ganzen Welt. Hier alle bisher bekannten Infos.
Foto: dpa

„Sie ist außer Kontrolle!“ Diese Ansage des britischen Gesundheitsministers Matt Hancock zur Corona-Mutation lässt Böses erahnen.

Im Südosten Englands breitet sich eine Corona-Mutation derzeit rasend aus. „B.1.1.7“ heißt die Variante des Coronavirus, die der Welt nun größere Sorgen bereitet.

Corona-Mutation: So gefährlich ist die Linie B.1.1.7 wirklich

Laut Premierminister Boris Johnson ist die Mutation um 70 Prozent ansteckender als die ohnehin schon aggressiven Corona-Varianten, die seit Jahresbeginn weltweit zirkulieren. Doch wie gefährlich ist die neue Virus-Variante wirklich?

Die Maßnahmen sind radikal: In und um London wurde ein sofortiger Shutdown beschlossen, auch über die Weihnachtstage. Nachdem Infektionen mit der Mutation auch auf dem Festland nachgewiesen wurden, isoliert Europa Großbritannien nun so gut wie möglich. Auch Deutschland, wo bislang noch kein Fall nachgewiesen wurde, hat schnell solche harten Maßnahmen beschlossen.

Viele Länder haben bereits , kürzlich gelandete Reisende sollen sich sofort in Quarantäne begeben und testen lassen. Die Fährfahrten zwischen Dover und Calais sind gestoppt, der Eurotunnel dicht.

Hinweise auf aggressivere Variante des Coronavirus

Johnsons 70-Prozent-Ansage ist noch nicht belegt. Das ist lediglich die Größenordnung, in der die Fallzahlen im betroffenen Südosten Englands gestiegen sind. Hinweise, dass es sich um eine aggressive Corona-Mutation handelt, gibt es jedoch bereits.

„Die Zahlen sind dort so hoch und Sars-CoV-2 ist insgesamt so stark verbreitet, dass es dafür schon eine unglückliche Verkettung von diversen Superspreader-Ereignissen gegeben haben müsste“, sagt Richard Neher, Mutations-Experte der Universität Basel.

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Die Linie B.1.1.7 ist nicht neu, wurde bereits im September in England nachgewiesen. Nun jedoch ist es zu einer drastischen Ausbreitung gekommen. Ersten Forschungen zufolge könnte die Mutation es dem Virus deutlich leichter machen, an menschliche Zellen anzudocken und sie zu knacken.

Impfstoff wohl auch gegen Muation wirksam

Derzeit deutet jedoch nichts darauf hin, dass die Corona-Mutation auch für einen schwereren Verlauf der Krankheit Covid-19 oder eine erhöhte Sterblichkeitsrate sorgen könnte. Ebenso soll der erforschte Impfstoff den Behörden zufolge auch gegen die Corona-Variante wirksam sein. Ein kompletter Rückschlag im Kampf gegen die weltweite Pandemie ist also nicht zu befürchten.

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Das ist die Corona-Pandemie:

  • bezeichnet den weltweiten Ausbruch der Atemwegserkrankung Covid-19
  • der erste Ausbruch wurde am 31. Dezember 2019 in Wuhan/China bestätigt
  • am 11. März 2020 erklärte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die Epidemie zur weltweiten Pandemie
  • bisher sind über 200 Länder betroffen, es gibt weltweit über 76 Millionen bestätigte Fälle
  • rund 1,68 Millionen Menschen sind weltweit an dem Coronavirus gestorben

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Dennoch gilt es, erhöhte Vorsicht walten zu lassen. Die ohnehin hohen Infektionszahlen drohen bei einer Ausbreitung der wohl aggressiven Mutation noch einmal rasant zu steigen. „Grund zu Panik ist das alles nicht“, sagt Neher. „Man sollte das aber schon ernst nehmen und perspektivisch die Kontaktbeschränkungen erst recht gut einhalten.“