Corona: Telefon-Seelsorger packt aus – DIESE Anrufe haben ihn richtig überrascht

5 Tipps gegen die Einsamkeit im Corona-Lockdown

In gewisser Weise droht Einsamkeit in 2020 wohl fast jedem, besonders in der zweiten Lockdown-Isolation. Social Distancing kann für manchen eine psychologische Herausforderung darstellen. Hier die hilfreichsten Tipps gegen Einsamkeit:

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DIESE Arbeit kann man nicht hoch genug anerkennen...

Corona wütet noch immer, mehr als 40.000 Menschen sind laut der renommierten Johns-Hopkins-Universität (USA) mit oder an Corona ums Leben gekommen, rund zwei Millionen Personen sind infiziert worden. Noch bis mindestens Ende Januar gilt in Deutschland ein Corona-Lockdown mit verschärften Kontaktbeschränkungen und dem Herunterfahren des öffentlichen Lebens.

Nicht wenige Menschen fühlen sich in dieser Lage einsam und isoliert, laufen Gefahr für dauerhafte seelische Schäden. Eine wichtige Stütze im Kampf gegen die Isolation: die Telefon-Seelsorge!

Corona: Telefon-Seelsorger packt aus

Ludger Storch (55) ist Leiter der Telefon-Seelsorge Bochum. Er packt jetzt gegenüber DER WESTEN über seine Arbeit und die seiner Kollegen in ganz Deutschland während der Corona-Pandemie aus. Storch erklärt: „Als Corona bei uns in Deutschland angekommen ist und das öffentliche Leben heruntergefahren wurde, sind auch wir ziemlich überrascht worden von den vielen Anrufen. Unsere ehrenamtlichen Mitarbeiter haben viele zusätzliche Stunden gearbeitet, um dem Aufwand gerecht zu werden.“

Der 55-Jährige weist darauf hin, dass Menschen, die psychisch erkrankt sind und sonst an Therapien teilnehmen, diese wegen der Kontaktbeschränkungen nicht mehr besuchen konnten. „Das haben wir aufzufangen versucht, so gut es eben geht. Die Menschen machen sich Sorgen und haben Angst vor einer Infektion, einer schlimmen Erkrankung oder um nahestehende Menschen.“

Besonders speziell sei die Lage auch deshalb, weil jeder erstmals mit einer Pandemie konfrontiert sei. Das verstärke Probleme – die von einem Krach unter Nachbarn über den verlorenen Arbeitsplatz bis zum Tod eines geliebten Menschen reichen. Es gehe laut Storchum Überforderung, Wut, Frustration, Trauer, depressive Gefühle bis hin zu Suizidgedanken.

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Das ist das Coronavirus:

  • ist SARS-CoV-2 (Abkürzung für englisch: severe acute respiratory syndrome coronavirus 2)
  • gehört zur Familie der Coronaviren, eine Infektion kann neue Atemwegserkrankung Covid-19 verursachen
  • erstmals 2019 in der chinesischen Stadt Wuhan entdeckt
  • wurde von der WHO am 30. Januar 2020 als „gesundheitliche Notlage von internationaler Tragweite“ und am 11. März 2020 als Pandemie eingestuft
  • Infektion erfolgt in der Regel über Tröpfcheninfektion und Aerosole

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DIESE Anrufe haben Seelsorge-Leiter richtig überrascht

Dass vermeintlich nur Ältere bei der Telefon-Seelsorge anrufen würden, sei übrigens während Corona aus der Luft gegriffen. Tatsächlich haben sich Gespräche mit Menschen unter 30 Jahren fast verdoppelt, die Kontakte, die sich per Mail und Chat an die Seelsorge wenden, im Vergleich zu 2019 um 40 Prozent erhöht! Storch erläutert: „Einsamkeit ist nicht nur ein Thema für Alte, sondern für alle Menschen. Jüngere melden sich wegen existentiellen Ängsten, die sie in dieser Ausnahmesituation haben.“

Je schärfer die Corona-Maßnahmen, umso mehr Hilfesuchende

Auffällig für ihn: Je schärfer die Corona-Maßnahmen sind, desto höher ist das Aufkommen an Hilfesuchenden. „Als wir im Sommer wieder gelockerte Maßnahmen hatten, ist auch erkennbar gewesen, dass sich weniger Menschen bei uns gemeldet haben. Ab November hat sich das dann wieder stark verändert, im Dezember ist der Effekt dann noch stärker geworden“, so Storch.

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Und: „Es ist auch so, dass wir mehr über häusliche und sexualisierte Gewalt sprechen, je stärker der Lockdown ist. Manchmal melden sich Menschen bei uns, die einfach nur Luft rauslassen wollen oder denen die Decke auf den Kopf fällt. Oder auch Menschen, die Probleme mit ihren Partnern haben und ihnen nicht aus dem Weg gehen können. So kochen Konflikte nochmal hoch. Da müssen wir beruhigend und stützend wirken.“

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Ob sich das seelische Befinden der Menschen 2021 bessert? Das könne man noch nicht prognostizieren, so Storch. Für ihn ist aber klar: „Wir leben in einer Gesellschaft, in der viele Menschen alleine leben. Das wird uns noch weiter beschäftigen.“

>>Anmerkung der Redaktion<<

Wer unter Stimmungsschwankungen oder Depressionen leidet oder jemanden kennt, der daran leidet, kann sich bei der Telefonseelsorge helfen lassen. Sie ist erreichbar unter der Telefonnummer 0800/111-0-111 und 0800/111-0-222 oder im Internet auf www.telefonseelsorge.de. Die Beratung ist anonym und kostenfrei, Anrufe werden nicht auf der Telefonrechnung vermerkt. Neue Mitarbeiter sind willkommen. Wer die Telefonseelsorge verstärken möchte, ruft an unter 0234 58 511.