Wetter in Deutschland: Drama im Teich – Mann beim Eisbaden über zwei Stunden vermisst

Schnee-Chaos und Winter-Spaß in Nordrhein-Westfalen

Schnee und eisige Temperaturen halten NRW in Atem. Viele haben ihren Spaß, Pendler stehen vor Problemen.

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  • Schnee, Eis und Glätte überziehen Teile Deutschlands
  • Die Temperaturen sind immer noch eisig
  • In unserem Wetter-Blog informieren wir dich über die aktuelle Flockdown-Lage

Nach der Schnee-Walze folgt die eisige Kälte. Der Winter hat Deutschland in diesem Jahr fest im Griff. Der Flockdown hält an.

Über die aktuelle Wetter-Lage in Deutschland und den Schnee informieren wir in diesem News-Blog!

Wetter in Deutschland: Alle Infos zum Schnee, Winter und Flockdown im News-Blog

Donnerstag, 11. Februar

08:06 Uhr: Wetter-Prognose - So lange hält der Winter noch an

Ein Meteorologe hat nun eine Prognose für die nächste Zeit gemacht. Und die Frage ist: Wie lange bleibt uns der Winter in dieser Form noch erhalten? Hier erfährst du mehr >>>

07:15 Uhr: Mann beim Eisbaden über zwei Stunden vermisst

Ein Mann ist beim Eisbaden in einem zugefrorenen Teich in Berlin untergegangen und längere Zeit verschwunden gewesen. Erst 2,5 Stunden später fanden Rettungstaucher am Mittwoch den Vermissten, der in dem eisigen Wasser nur eine Badehose trug. Der Mann wurde reanimiert und kam stark unterkühlt in ein Krankenhaus, wie die Polizei mitteilte. Die Polizei ging am Mittwoch von einem Unfall aus. Den Angaben zufolge wollte der 43-Jährige am Morgen ein Eisbad in dem Gewässer im Ortsteil Alt-Treptow nehmen.

Die Feuerwehr rückte mit rund 50 Kräften zum Treptower Park an, wie ein Sprecher sagte. Neben zwei Tauchern suchten die Retter auch mit einer Drohne nach dem Vermissten. Mit Äxten wurde das Eis weiter geöffnet. Nach 2,5 Stunden wurden sie schließlich fündig. Einige Meter vom Ufer entfernt habe ein Taucher den Mann gefunden, sagte ein Feuerwehrsprecher. An Land wurden sofort Reanimierungsmaßnahmen eingeleitet.

Mittwoch, 10. Februar

10.35 Uhr: Klirrende Kälte sorgt weiter für neue Probleme auf deutschen Autobahnen

Deutschland kämpft weiterhin mit Schnee und klirrend kalten Temperaturen. Wegen des anhaltenden Wintereinbruchs gab es nach Angaben der Polizei vom Mittwoch weiterhin erhebliche Probleme auf den Straßen, auch wenn sich die Lage im Vergleich zu den vergangenen Tagen allmählich entspannte. So lösten sich die extremen Staus auf den Autobahnen 2 und 30 in Ostwestfalen in der Nacht zum Mittwoch langsam auf, wie die Polizei in Bielefeld mitteilte.

Dort war der gesamte Verkehr in der Nacht zum Dienstag wegen der Wetterlage und liegengebliebener Fahrzeuge zum Erliegen gekommen, Autofahrer strandeten bei eisiger Kälte in bis zu 30 Kilometer langen Staus und mussten von Rettungskräften versorgt werden. In der Nacht zum Mittwoch meldete die Polizei eine „stabile“ Lage, warnte aber weiterhin vor Behinderungen durch Kälte und glatte Fahrbahnen. Autofahrer sollten den Bereich „weiträumig“ meiden.

Auch aus anderen Bundesländern wurden weiterhin diverse Unfälle und Verkehrsbehinderungen gemeldet. Zusätzliche Probleme machte die eisige Kälte, insbesondere in Teilen Ostdeutschlands. So berichtete die Thüringer Polizei, dass es auf den Autobahnen in ihrem Bundesland vermehrt zu Pannen komme, bei denen Fahrzeuge liegenblieben. „Teilweise haben die Fahrzeuge Probleme mit der Kraftstoffversorgung in Verbindung mit den sehr niedrigen Außentemperaturen“, erklärte die Autobahnpolizei in Schleifreisen.

Durch den Einstrom extrem kalter Polarluft herrschte nach Angaben des Deutschen Wetterdiensts (DWD) in der Nacht in weiten Teilen des Landes strenger Frost. Im Bereich der Mittelgebirge in der Mitte und im Osten machte sich dies am stärksten bemerkbar. Laut DWD war insbesondere Thüringen betroffen. Den Kälterekord der Nacht hielt die Thüringer Stadt Mühlhausen mit minus 27,5 Grad Celsius.

6.16 Uhr: Klimaforscher warnt: „Phänomen wird wahrscheinlich weiter zunehmen“

Kältewellen wie derzeit in Europa können nach Angaben des Klimaforschers Stefan Rahmstorf im Zuge des Klimawandels häufiger werden - und die Winter dennoch wärmer. „Das kann man auch darauf zurückführen, dass der Polarwirbel instabil geworden ist“, sagte der Leiter der Abteilung Erdsystemanalyse am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) der Deutschen Presse-Agentur. Der Polarwirbel drehe sich normalerweise um die Arktis in der Stratosphäre, der zweiten Atmosphärenschicht, gegen den Uhrzeigersinn und beeinflusse auch das Wetter in der Troposphäre, der unteren Atmosphärenschicht.

Der Polarwirbel schließt die arktische Kaltluft ein - solange er sich nicht abschwächt oder gar umkehrt. „Dann kann die Kaltluft, die normalerweise in diesem Wirbel über dem Pol gefangen ist, auf Abwege geraten und auf die angrenzenden Kontinente wandern.“ So kann es nach Angaben des Forschers passieren, dass es in Nordamerika oder Nordeuropa sehr kalt wird. „Dann wird es in der Arktis besonders warm. Die Kaltluft verlagert sich“, erklärte Rahmstorf. „Ausnahmsweise reicht das auch mal bis nach Spanien oder in den USA bis nach Florida.“

Die Auswertungen von Daten der vergangenen Jahrzehnte haben nach Angaben des Potsdamer Forschers gezeigt, dass die Zahl der Tage mit instabilem Polarwirbel stark zugenommen hat. Er geht daher davon aus, dass es künftig möglicherweise mehr Kältewellen geben wird. „Wir rechnen schon damit, dass das Phänomen wahrscheinlich weiter zunehmen wird“, sagte Rahmstorf.

6.10 Uhr: Der Norden kämpft mit Schneemassen

Bahnreisende in Hamburg und Schleswig-Holstein müssen sich nach Schneefällen am Mittwoch auf Einschränkungen einstellen. Zwischen Hamburg und Kiel, Hamburg und Lübeck sowie zwischen Hamburg und Westerland verkehren keine Fernverkehrszüge, wie die Deutsche Bahn am Morgen mitteilte. Geplante Reisen sollten mindestens eine Stunde vor Fahrtbeginn überprüft oder auf einen anderen Tag verschoben werden. Es werde mit Hochdruck daran gearbeitet, die Störungen zu beheben. Aktuell seien Teams zu Erkundungsfahrten unterwegs, um die Weichen zu überprüfen, sagte ein Sprecher der Bahn. Im Nahverkehr gab es zunächst keine größeren Probleme.

Auch in Niedersachsen müssen sich Autofahrer wegen der Schneefälle und glatten Fahrbahnen am Mittwoch auf Einschränkungen im Berufsverkehr einstellen. „Es ist chaotisch“, sagte ein Sprecher der Autobahnpolizei Braunschweig am frühen Morgen. Auf der Autobahn 2 Richtung Dortmund zwischen dem Kreuz Wolfsburg und Peine sei der Hauptfahrstreifen gesperrt. Die Lastwagenfahrer würden dort parken und schlafen. „Wir haben den größten Parkplatz der Republik.“ Glatt sei es noch überall, die Straßenzustände seien weiterhin nicht gut. Unfälle habe es deswegen in der Nacht kaum gegeben. „Die Autofahrer haben sich offenbar darauf eingestellt und wir sind froh, dass bislang nicht mehr passiert ist“, sagte der Sprecher.

Das bestätigte ebenfalls die Autobahnpolizei in Göttingen. Auf der A7 habe es keinerlei Probleme gegeben, hieß es. Lediglich die Parkplätze für Lastwagen seien knapp geworden. Der Verkehr rolle aber. Auch Bahnreisende in Niedersachsen sollten weiterhin mit Ausfällen und Verspätungen rechnen. So bleibe der Betrieb im Harz-Weser-Netz noch bis mindestens 10.00 Uhr eingestellt, hieß es bei der Deutschen Bahn.

Dienstag, 9. Februar

22.20 Uhr: Schifffahrt auf Mittellandkanal und Elbe-Seitenkanal wird gestoppt

Der massive Wintereinbruch hat nun auch Auswirkungen auf die Binnenschifffahrt in Norddeutschland. Von Mittwochabend an (18.00) werden der Mittellandkanal und der Elbe-Seitenkanal für die Schifffahrt gesperrt, wie das zuständige Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt am Dienstag in Braunschweig mitteilte. Die Eisbrecher, die sonst auf diesen Kanälen unterwegs sind, werden vorsichtshalber auf die Weser abgezogen, um dort vor Wehren Eisschollen zu brechen - so solle der Druck, der durch das Eis auf diesen Anlagen laste, gemindert werden, sagte ein Sprecher.

18:55 Uhr: Weitere Beeinträchtigungen durch extremes Wetter

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer rechnet weiter mit Beeinträchtigungen durch das extreme Winterwetter mit Schnee und Eis in großen Teilen Deutschlands. Der CSU-Politiker sagte am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur: „In vielen Regionen Deutschlands beginnt die Lage sich allmählich zu beruhigen. Bis alles wieder seinen gewohnten Gang geht, kann es aber noch etwas dauern. Strecken- und gebietsweise bleiben Beeinträchtigungen.“

Deshalb werde es selbst bei nachlassendem Schneefall noch ein paar Tage ruckeln. „Der Schnee geht, der Frost bleibt. Darauf sollten sich alle einstellen.“

18:30 Uhr: Hauptbahnhof Kassel wegen Schnee dicht

Nach den starken Schneefällen ist der Hauptbahnhof in Kassel für den Zugverkehr gesperrt. Derzeit werde mit Hochdruck daran gearbeitet, den Betrieb wieder aufzunehmen, teilte ein Sprecher der Bahn am Dienstag mit. Der Schnee auf den Dächern der Bahnsteige müsse in mehreren Schichten abgetragen werden. Bis zum Mittwoch solle der Zugang zum Bahnsteig der Regiotram wieder freigegeben werden. Im Anschluss sollen dann die anderen Bahnsteige folgen.

17:55 Uhr: Nach Schneefall: Bitterkalte Tage in Sachsen-Anhalt

Nach heftigen Schneefällen und Verwehungen kommt auf Sachsen-Anhalt nun tagelange klirrende Kälte zu. Besondere Härte bedeute dies für Obdachlose, erklärten Wohlfahrts- und Hilfsorganisationen. Wärmestuben etwa benötigten mehr ehrenamtliche Helfer, gerade in diesen Zeiten. Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes muss in Sachsen-Anhalt mit strengem Dauerfrost gerechnet werden.

Örtlich werden demnach in der Nacht auf Mittwoch Temperaturen bis minus 25 Grad erwartet. Der Schnee soll auf jeden Fall in den nächsten 14 Tagen liegen bleiben.

15:45 Uhr: Zu viel Schnee auf dem Dach - Amazon stellt Betrieb in Leipzig ein

Wegen großer Schneemassen auf dem Dach hat Amazon den Betrieb in seinem Logistiklager in Leipzig vorübergehend eingestellt. Die Entscheidung sei am Montagabend getroffen worden, sagte Amazon-Sprecher Stephan Eichenseher am Dienstag. Zuvor hatte die „Leipziger Volkszeitung“ darüber berichtet. Die Mitarbeiter der Spätschicht seien nach Hause geschickt worden. Auch am Dienstag ruhte der Betrieb in der Halle.

Es habe keinerlei Einsturzgefahr bestanden, sondern es handele um eine reine Vorsichtsmaßnahme, sagte Eichenseher. Am Dienstag seien Spezialisten auf das Dach geschickt worden, um die Lage genauer zu beurteilen. Danach sollte entschieden werden, wie es weitergehe. Größere Auswirkungen auf die Kundenbestellungen erwarte Amazon nicht, sagte Eichenseher. Es könne auf die anderen Logistikzentren ausgewichen werden. Einzelne Verzögerungen seien aber nicht auszuschließen.

15:35 Uhr: Aldi, Rewe, Lidl: Schneechaos macht Supermärkten hier und da zu schaffen

Auch am Lebensmittelhandel geht das Schneechaos in Teilen Deutschlands nicht spurlos vorbei. Doch hielten sich die Auswirkungen in engen Grenzen, wie mehrere Handelsketten am Dienstag bei einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur mitteilten.

  • Aldi:

Aldi Nord erklärte: „Die aktuelle Wetterlage stellt uns derzeit in einigen Regionen unseres Vertriebsgebietes vor Herausforderungen.“ Das Unternehmen arbeite jedoch äußerst engagiert daran, die Auswirkungen für die Kundinnen und Kunden so gering wie möglich zu halten. „Auch wenn durch die angespannte Situation auf den Straßen kurzfristig Lieferungen verschoben oder umdisponiert werden mussten, ist die Versorgungssicherheit in unseren betroffenen Märkten doch insgesamt gewährleistet“, betonte das Unternehmen.

  • Rewe:

Ein Rewe-Sprecher berichtete, eine zweistellige Zahl von Märkten vor allem in Ostdeutschland habe vorübergehend nicht beliefert werden können. Dort sei zum Teil das Angebot an Frischeprodukten wie Obst und Gemüse reduziert gewesen. Grundsätzlich sei die Warenversorgung aber gesichert. Gemessen an den insgesamt rund 5500 Märkten des Unternehmens in Deutschland sei die Zahl betroffenen Filialen gering.

  • Lidl:

Lidl betonte, die Warenversorgung in den Filialen sei sichergestellt. Aufgrund der Wettervorhersagen habe sich das Unternehmen auf die aktuelle Situation einstellen können.