Thüringer Wald: Trotz Temperaturen von -30 Grad – diese Gefahr droht auch diesen Sommer

Diese Waldbewohner halten den kalten Temperaturen stand.
Diese Waldbewohner halten den kalten Temperaturen stand.
Foto: IMAGO / Westend61

Thüringen. Trotz Schnee und Frost ist der Winter in Thüringen zu mild gewesen, um Schadinsekten den Garaus zu machen.

„Borkenkäfer, Rüsselkäfer und Co. trotzen auch tiefen Frosttemperaturen“, teilte Thüringens Landforstanstalt am Montag mit. Da die kräftige Kälte im Winter 2020/21 erst nach dem Schnee gekommen sei, habe die weiße Pracht die Waldböden isoliert. Für Schadinsekten, die im Boden überwintern, sei das eine gute Ausgangslage, um sich im Frühjahr wieder schlagartig zu vermehren.

Ein milder und regnerischer Winter wäre für den Wald besser gewesen. In feuchtwarmen Milieus „verpilzen“ bodenüberwinternde Schädlinge und sterben.

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Thüringen: Diese Schadtiere können auch ganz anders

„Ein und dasselbe Schadinsekt kann als ausgewachsener Käfer einen harten Winter gut überstehen, aber als Ei oder Larve schnell zugrunde gehen“, so Thüringenforst-Vorstand Volker Gebhardt.

Während der Schwammspinner, ein in Thüringen verbreiteter Eichenschädling, als Eiräupchen auch tiefe Wintertemperaturen überstehe, sterben die Eier des Eichenprozessionsspinners, ebenfalls ein Eichenschädling, unter minus 18 Grad ab.

Viele Kiefernschädlinge wie die Forleule oder der Kiefernspanner überwinterten im Boden und trotzten dort nahezu allen Minustemperaturen. (dpa)