Essen: Zwei Brutalo-Überfälle innerhalb von 24 Stunden! Was ist bloß los in der Stadt?

12. April: Fünf bis sechs Vermummte haben in Essen-Rüttenscheid diesen Hyundai mit Schlaggegenständen angegriffen. Die beiden Insassen sind verletzt worden, der Fahrer sogar schwer.
12. April: Fünf bis sechs Vermummte haben in Essen-Rüttenscheid diesen Hyundai mit Schlaggegenständen angegriffen. Die beiden Insassen sind verletzt worden, der Fahrer sogar schwer.
Foto: Justin Brosch

Essen. Was ist bloß los in Essen?

Am Montagabend (12. April) hat eine Gruppe Vermummter in Essen-Rüttenscheid ein brutales Verbrechen begangen, als sie mit Schlaggegenständen auf einen Hyundai und die beiden Auto-Insassen eingeschlagen hatten. Ermittler konnten auch Patronenhülsen sicherstellen. Nach dem Überfall ist die Gruppe in einem schwarzen Porsche Cayenne geflüchtet.

Keine 24 Stunden später hat sich am Dienstagabend (13. April) in Essen-Steele ein Vorfall ereignet, der ähnlich gelagert ist: Wieder ist eine Gruppe auf ein Opfer losgegangen, auch hier sind die Täter feige geflüchtet. Zwei Brutalo-Überfälle innerhalb von 24 Stunden – was sagt die Polizei dazu?

Essen: Zwei Brutalo-Überfälle innerhalb von 24 Stunden – DAS sagt die Polizei

Die Opfer vom Überfall in Rüttenscheid, zwei Männer aus Leverkusen (43 und 28), sind zum Teil schwer verletzt worden. Polizeisprecher Thomas Weise hatte zu DER WESTEN gesagt: „Wir gehen davon aus, dass am Tatort geschossen wurde.“ Es sei vermutlich eine Schreckschusspistole zum Einsatz gekommen, demnach habe es glücklicherweise keine Schussverletzung gegeben.

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Das ist die Stadt Essen:

  • geht auf das vor 850 gegründete Frauenstift Essen zurück
  • 582.760 Einwohner, neun Stadtbezirke und 50 Stadtteile, viertgrößte Stadt in NRW
  • seit 1958 Sitz des neugegründeten Bistums Essen
  • Wahrzeichen unter anderen: Zeche Zollverein, Villa Hügel, Grugapark Essen
  • war 2010 Kulturhauptstadt Europas und 2017 Grüne Hauptstadt Europas
  • Oberbürgermeister ist Thomas Kufen (CDU)

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Die Fahndung nach den Tätern hält noch immer an. Die Männer sollen zum Tatzeitpunkt maskiert gewesen sein, sind etwa 1,80 Meter groß. Auch ein Polizei-Hubschrauber ist am Montagabend zum Einsatz gekommen. Der Fluchtwagen ist dann auf der A40 in Richtung Dortmund entdeckt, der Porsche Cayenne abgefangen worden. Ein Insasse, ein 56-jähriger Deutscher, ist vorläufig festgenommen worden. Seine Tatbeteiligung wird noch geprüft.

Essen: Sind Überfälle Revierkämpfe von Clans?

Schon im November 2020 hatte Clan-Experte Ahmad A. Omeirate (36) aus Berlin gegenüber davor gewarnt, dass „Essen ein Phänomen für sich“ sei, was Clan-Kriminalität angehe. Der 36-Jährige: „Es besteht eine historische Antipathie zwischen bestimmten syrischen und libanesischen Gruppen, die schon seit dem Bürgerkrieg im Libanon ab 1975 besteht. Die Syrer sind bei ihrer Ankunft in Deutschland ganz anders aufgenommen worden als damals die Libanesen. Es kann zu einer Machtverschiebung in Essen kommen, die die Situation noch weiter anheizt.“

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Auch ein Sprecher der Polizei Essen hatte DER WESTEN gegenüber gesagt, dass bekannt sei, dass sich Clans bekämpfen und Selbstjustiz verüben wollten. Der Sprecher: „Die entsprechenden Gruppen neigen ja leider dazu, am Rechtsstaat vorbei ihre Angelegenheiten klären zu wollen.“

Essen: Polizei sieht bei Taten keine Anzeichen vor Organisierter Kriminalität

Besteht also ein Zusammenhang zwischen den beiden aktuellen Überfällen, sind sie sogar Bestandteile von Organisierter Kriminalität und Clan-Kämpfen? DER WESTEN hat mit der Polizei Essen gesprochen. Ein Sprecher: „Die Tat vom Dienstagabend ist nach unseren Erkenntnissen eine Familienstreitigkeit auf offener Straße gewesen. Es hat keine Festnahmen gegeben. Wir haben Platzverweise ausgesprochen, denen die Beteiligten widerwillig nachkamen.“

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Gegen eine Person werde wegen Körperverletzung ermittelt. Aus polizeilicher Sicht würden die Taten aus Rüttenscheid und Steele nicht zusammenhängen, so der Sprecher weiter. „Nach bisherigen Erkenntnissen gibt es auch keinerlei Anzeichen auf Organisierte Kriminalität.“ Es bleibt zu hoffen, dass sowohl der Essener Süden als auch der Osten zur Ruhe kommen...