Ex-AfD-Chef Lucke unterstützt Moscheebau in Erfurt-Marbach

Bernd Lucke, Spitzenkandidat der Allianz für Fortschritt und Aufbruch (Archivfoto)
Bernd Lucke, Spitzenkandidat der Allianz für Fortschritt und Aufbruch (Archivfoto)
Foto: dpa

Der frühere AfD-Vorsitzende Bernd Lucke befürwortet den Bau einer Moschee in Erfurt-Marbach. Als Bundestags-Spitzenkandidat seiner neuen Partei, der Allianz für Fortschritt und Aufbruch (Alfa), besucht er deshalb am Mittwoch das Gelände, auf dem künftig das Gotteshaus entstehen soll. „Die Alfa stellt sich ganz klar hinter den geplanten Moscheebau der Ahmadiyya-Gemeinde“, schreibt der Landesverband in einer Mitteilung und begründet die Unterstützung mit der im Grundgesetz verankerten Religions- und Glaubensfreiheit.

Mit seinem Besuch distanziert sich Lucke weiter von seiner früheren Partei, der Alternative für Deutschland. Deren Chef in Thüringen, Björn Höcke, hat sich mehrfach deutlich gegen die Moschee in Marbach ausgesprochen. Die AfD-Landtagsfraktion will sogar ein Bürgerbegehren gegen das Bauvorhaben in die Wege leiten.

Ex-AfD-Chef Bernd Lucke: „Leute werden aufgewiegelt“

In Luckes neuer politischer Heimat gibt man sich liberaler. Matthias Anschütz, Alfa-Landesvorsitzender in Thüringen, hat den Bundespolitiker auf die hitzige Diskussion in Erfurt aufmerksam gemacht und zu einem gemeinsamen Termin mit Vertretern der Ahmadiyya-Gemeinde eingeladen. „Wir wollen ganz klar ein Zeichen gegen Rechts setzen“, sagte Anschütz vor dem Treffen. „Wir sehen immer mehr, wie die Leute hier aufgewiegelt werden.“ Dabei gehe es doch nur um ein Gebäude in der Größe eines Zweifamilienhauses für 70 Gläubige. Die Ahmadiyya-Gemeinde sei zudem keine ideologische Gesellschaft und verfolge keine politischen Ambitionen.

Lucke hatte die AfD 2013 mitgegründet und war Vorsitzender neben Frauke Petry und Konrad Adam. Nach internen Machtkämpfen und politischem Richtungsstreit verließ Lucke die Partei im Juli 2015 und gründete mit AfD-Weggefährten die Allianz für Fortschritt und Aufbruch. Seither beklagt er einen zunehmenden Rechtsruck der AfD.