Merkel in Erfurt: Facebook-Hetzer wünschen ihr den Tod

Kaum wurde öffentlich bekannt, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel nach Erfurt kommt, fingen Menschen auf Facebook an zu hetzen. Die Aufforderung zum Tomaten-Wurf auf die Kanzlerin war dabei noch einer der harmlosesten Kommentare auf der rechtsextremen Facebook-Seite "Deutschland wehrt sich".

Vom Ruf nach einem Scharfschützen bis zu einem Anschlag war alles dabei, was sich üble Hetzer nur ausdenken können. "Hoffe es wird gefilmt und ins Netz gestellt. Ich freue mich schon drauf", schreibt Mandy Doreen K. unter die Hetzkommentare. Viele der Kommentare sind strafrechtlich relevant und könnten als Aufruf zum Mord angesehen werden. Für die öffentliche Aufforderung zu Straftaten sieht das Strafgesetzbuch eine Geldstrafe oder eine Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren vor.

Bildergalerie: Die Hetze auf Facebook

Die Seite prophezeite, bevor Merkel nach Erfurt kam: "Das wird kein Heimspiel. Buhrufe und Pfeifkonzerte erwarten Merkel". Und tatsächlich traf sich auch eine kleine Gruppe von Gegendemonstranten. Darunter war auch die ehemalige Pegida-Frontfrau Tatjana Festerling, die vor Kurzem noch an der bulgarischen Grenze auf Flüchtlingsjagd ging. Nun warb sie in Erfurt für eine "Festung Europa"

Nicht fehlen an der Front gegen Merkel in Erfurt durfte auch der AfD-Abgeordnete Thomas Rudy, der erst ein Bild auf Facebook veröffentlichte, das aber jetzt nicht mehr zu sehen ist. AfD-Gegner haben es allerdings gespeichert und bei Twitter veröffentlicht.

Merkel sprach am Mittwoch beim Landfrauentag in der Messe Erfurt. Am Rande des Besuchs gab es Proteste. Auf Plakaten wurde die Bundeskanzlerin unter anderem aufgefordert, das Freihandelsabkommen TTIP zu stoppen.

Bildergalerie: Proteste vor der Messe Erfurt