Missverständnis um Sexspielzeug: Sprengstoff-Großeinsatz in Erfurt

Sprengstoff-Experten untersuchten die verdächtige Tüte am Bürgeramt Erfurt und setzten dazu einen Roboter ein.
Sprengstoff-Experten untersuchten die verdächtige Tüte am Bürgeramt Erfurt und setzten dazu einen Roboter ein.
Foto: Marcus Scheidel

Nach dem Großeinsatz wegen eines verdächtigen Gegenstandes am Erfurter Bürgeramt am Mittwoch sind zwei Männer verhört worden. Dabei handele es sich um einen 18- und einen 20-Jährigen, teilte die Polizei mit. Nach einer ersten Befragung gaben die beiden an, die Tasche gegen 10 Uhr in einem Mülleimer gesehen und herausgezogen zu haben, um sie genauer zu betrachten. Dabei soll ein Sexspielzeug – die Polizei nannte keine Details zu dessen Beschaffenheit – zu Boden gefallen sein.

Bildergalerie: Großeinsatz am Bürgeramt in Erfurt

Als Jugendliche die Szene beobachteten, lachten sie. Dies war den beiden Männern nach eigenen Angaben peinlich, sodass sie die Tasche zurück in die Tonne stopften und zügig weggingen.

Augenzeugin sieht Sexspielzeug nicht

Eine Augenzeugin hatte die ganze Vorgeschichte offenbar nicht mitbekommen und stattdessen nur gesehen, wie der 18- und der 20-Jährige die Tüte in den Müllbehälter drückten und schnell davonliefen. Aus Sorge, dass es sich dabei um einen Sprengsatz handeln könnte, alarmierte die Frau die Sicherheitskräfte.

Daraufhin wurde das Bürgeramt evakuiert, 160 Menschen mussten das Haus verlassen. Auch die umliegenden Straßen – insbesondere die Hauptverkehrsachse Juri-Gagarin-Ring – wurden gesperrt. Sprengstoffexperten des Landeskriminalamtes untersuchten die Tüte und konnten schließlich Entwarnung geben: Von dem Gepäckstück ging trotz seines feurigen Inhalts keine Gefahr aus.

Verkehrsbehinderungen bis zum Mittag

Im Anschluss durchsuchten Spürhunde noch einmal das Bürgeramt in der Bürgermeister-Wagner-Straße nach möglichem Sprengstoff. Kurz vor 12 Uhr war der Juri-Gagarin-Ring freigegeben worden. Bis dahin war es hier zu erheblichen Verkehrsbehinderungen gekommen.

Anfangs war von einer Bombendrohung die Rede gewesen. Die Polizei korrigierte die Darstellung jedoch kurz darauf.