Streit um Stadionmiete: Arena GmbH drängt auf Einigung

Auf den Sitzen mit den hohen Lehnen sollen in Zukunft VIP-Gäste Platz nehmen. Doch noch ist der Umbau des Steigerwaldstadions nicht beendet. (Archivfoto)
Auf den Sitzen mit den hohen Lehnen sollen in Zukunft VIP-Gäste Platz nehmen. Doch noch ist der Umbau des Steigerwaldstadions nicht beendet. (Archivfoto)
Foto: Axel Heyder

Der Wirbel rund um das neue Steigerwaldstadion reißt nicht ab. Der Umbau ist noch immer nicht fertig und unter den beteiligten Akteuren herrscht alles andere als Einigkeit.

Erst am Montag hatte der FC Rot-Weiß Erfurt mitgeteilt, die Miete für seine Spielstätte erst dann zu zahlen, wenn das Stadion komplett nutzbar ist. Im Gespräch mit Thüringen24 äußert die Arena Erfurt GmbH am Dienstag ihre Sicht auf den Streit um die Stadionmiete.

Frisches Geld muss her

Und die ist erst einmal positiver als erwartet, wie Sprecher Henry Köhlert erklärt: „Für uns ist die Lage deshalb ganz entspannt, weil wir ja noch gar nicht der Betreiber des Steigerwaldstadions sind.“ Die vorgesehene Betreiberrolle bekomme die Arena Erfurt GmbH nämlich erst, wenn das Stadion komplett fertiggestellt an das Unternehmen übergeben werden kann. Bis es soweit ist, bleibt die Verantwortung laut Köhlert bei der Stadt Erfurt. Da also die Arena Erfurt GmbH das Stadion erst betreibt, wenn es fertig ist und der RWE dann – laut einer Mitteilung des Vereins vom Montag – seine Miete zahlen will, ist von Panik bei der Betreibergesellschaft keine Spur.

In einer idealen Situation befindet sich die Arena Erfurt GmbH aber trotzdem nicht. Denn das Unternehmen hat aktuell schon Ausgaben, aber noch keine Einnahmen. Für Henry Köhlert ist klar: Frisches Geld muss her. „Mit den Anteilseignern, den Stadtwerken und der Messe Erfurt, gibt es gerade Gespräche über das Kapital, das wir brauchen. Und werden wir eine Lösung finden“, ist sich der Sprecher sicher.

Begrenzter Verhandlungsspielraum

Die Verhandlungen über die Miete mit dem FC Rot-Weiß Erfurt liegen indes seit einer Woche auf Eis. Die Vorstellungen über die Höhe des Mietzinses von Arena Erfurt GmbH und RWE hätten so weit auseinandergelegen, dass eine Pause unvermeidlich schien. Alle Beteiligten wollten sich erst einmal sammeln, so Köhlert. Fakt sei aber, dass es bei der Mietfrage ohnehin nur einen begrenzten Verhandlungsspielraum gibt. „Wir können den Betrag gar nicht gravierend verringern, denn das würde bedeuten, dass die Stadt Fördermittel in Millionenhöhe zurückzahlen müsste“, erklärt der Arena-Sprecher. Denn für die erhaltenen Förderungen sei unter anderem eine marktübliche Miete vorgeschrieben gewesen. Das bedeutet, dass sich die Miethöhe an anderen Stadien von Drittligavereinen orientiert muss. 20 bis 30 Tausend Euro pro Spieltag seien dabei durchschnittlich üblich.

Dass es überhaupt noch einmal eine Diskussion über die Höhe der Miete gibt, kam für die Arena Erfurt GmbH laut ihrem Sprecher überraschend. Denn unter einer schriftlichen Zusage, die die Mietkonditionen beinhaltete, hatte Rot-Weiß schon seine Unterschrift gesetzt.

Weiter verhandelt wird laut Henry Köhlert in Sachen Miete auf jeden Fall – allein schon deshalb, weil es keine Alternative gibt: „Wir sitzen alle im selben Boot – die Stadt, Rot-Weiß Erfurt und die Arena Erfurt GmbH. Wir haben alle ein Ziel und das ist, dass die Arena ein Erfolg wird. Ich bin mir sicher, dass man sich einigen wird, weil man sich einigen muss.“