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Weihnachtsbäume gibt's woanders: Was ihr über den Adventsmarkt in Erfurt wissen müsst

Mittelalterlicher Adventsmarkt Erfurt
Auf dem Adventsmarkt hinter dem Dom wird in historischem Ambiente gefeiert. Und auch wenn es keinen Weihnachtsbaum gibt, eines darf auf keinen Fall fehlen: Der Glühwein. Foto: Ulrike Fröbel

Weihnachtsmärkte gehören zum Dezember wie Lichterbögen, Glühwein und der Geschenkekauf. Doch die Zeit, in der sie zum Klang von Weihnachtsliedern und mit dem Weihnachtsmann an jeder Ecke stattfinden, liegt in der Regel vor dem Heiligen Abend, also im Advent. Wenn dann tatsächlich Weihnachten ist, werden auf vielen Märkten die Buden schon wieder abgebaut – irgendwie paradox.

Das dachten sich auch die Organisatoren des mittelalterlichen Adventsmarktes, der in diesem Jahr ab dem 21. November zum ersten Mal am Fuß des Erfurter Doms auf der Marienwiese stattfindet. Wie der Name schon sagt, liegt hier der Fokus klar auf dem Advent. „Es ist schade, dass die Adventstradition so ein bisschen von der Weihnachtstradition geschluckt wird“, erklärt Weihbischof und Domprobst Dr. Reinhard Hauke. Das könne man keinem verdenken, sagt der Geistliche weiter. Schließlich sei Weihnachten mit seinem Ambiente rundherum ein wenig beeindruckender. Denn der Advent ist in seiner christlichen Tradition eine Vorbereitungszeit, in der es eher besinnlich zugeht.

Kein Baum und keine Weihnachtslieder

Und so hebt sich der Adventsmarkt auf der Marienwiese an einigen Stellen klar von dem Trubel auf dem großen Weihnachtsmarkt auf dem Domplatz ab. Einen Weihnachtsbaum wird man dort vergeblich suchen. Für festliches Ambiente sorgt dafür das als Adventskranz umgestaltete Marienrondell mit drei Meter hohen Kerzen. Als musikalische Untermalung soll es ausdrücklich keine Weihnachts- sondern eben Adventslieder geben. „Das war bei der Vorbereitung eine Herausforderung, CDs zu finden, auf denen nur Adventslieder drauf sind“, gibt Weihbischof Hauke zu. Unterm Strich geht es beim Adventsmarkt darum, die Vorfreude auf das Weihnachtsfest zu steigern, indem man nicht schon alles vorwegnimmt. Passend zu diesem Gedanken baut der Erfurter Künstler Christoph Jahn an den Adventssonntagen Stück für Stück eine Krippen-Szene auf.

Alles zu seiner Zeit

Die Weihnachtslieder werden für die Zeit ab dem 25. Dezember aufgespart. Denn ab diesem Tag wird aus dem mittelalterlichen Advents- dann ein Weihnachtsmarkt. Bis zum 30. Dezember kann auf der Marienwiese in historischem Ambiente weiter Glühwein getrunken werden. Neben kulinarischen Verlockungen zeigen auch Handwerker ihre Kunst: Schmied, Lederer und Kerzenzieher tummeln sich auf dem Platz und laden zum Teil auch die kleinen Gäste zum Mitmachen ein. Insgesamt 28 Buden und Zelte finden auf dem Markt hinter dem Dom Platz, informiert Veranstalter Wilfried Wolf.

Besinnlichkeit mit buntem Programm

Trotz der Orientierung an dem besinnlichen Geist des Advents, geht es auf der Marienwiese keinesfalls langweilig zu. Bei der Eröffnungszeremonie am 21. November unterhalten sich in der Inszenierung „Sehnsucht nach dem Licht“ die Domstufen und der Weihnachtsbaum auf dem Domplatz darüber, warum es in Erfurt jetzt auch noch einen Adventsmarkt gibt.

Weitere Programm-Highlights:

  • Mittwochs bis sonntags, von 15 bis 21 Uhr: Musikalische Aufführungen mit mittelalterlichen Instrumenten
  • Täglich 17.30 Uhr bis 18 Uhr: Engelsgesänge und Verkündung der Adventsbotschaft mit dem Domkinderchor
  • Samstags und sonntags: Märchenaufführungen der Ritterschaft zu Erfordia
  • 25. und 26. Dezember: Aufführung der „Weihnachtsgeschichte einmal anders“

Der Adventsmarkt beginnt am 21. November und ist von Sonntag bis Donnerstag jeweils von 11 bis 22 Uhr geöffnet, freitags und samstags bis 23 Uhr. Am 24. Dezember ist der Markt geschlossen, bevor er dann vom 25. bis 30. Dezember als Weihnachtsmarkt noch einmal seine Pforten öffnet.

Aktuelle Informationen gibt es auf der Facebook-Seite des mittelalterlichen Adventsmarktes in Erfurt.