Stefanie Heinzmann im Interview vor Night of the Proms in Erfurt

Foto: Axel Heyder

Fast hätte man es vergessen, dass diese kleine Person eine so unfassbare Stimme hat. Wer Stefanie Heinzmann aber jemals live gesehen hat, wird einen großen Unterschied zu einem Lied von ihr im Radio merken. Sie füllt die Bühne, ist zurückhaltet zugleich. Sie ist Star und Anti-Star zugleich.

Selbst in den obersten Regionen kippt ihre Stimme nicht weg, bleibt voll und warm, durchdringend und immer gut für Gänsehautmomente. Mit Leidenschaft in jeder Zeile. Derzeit ist die Schweizerin mit der "Night of the Proms" auf Tour, die am Dienstagabend, 29 November, in der Messe Erfurt halt macht. Wir haben sie gefragt, wie es auf Tour ist, mit Orchester und Weltstars.

Stefanie Heinzmann bei Night of the Proms: 200 fremde Leute und alle nett

Kanntest Du die Night of the Proms schon?

In der Schweiz gibt es das leider nicht, aber als die Anfrage kam, habe ich es mir angesehen, was da schon für krasse Leute dabei waren. Und ich war sofort super interessiert. Ich mag Dinge, die so außerhalb der Reihe liegen. Und die Tatsache, dass ich hier mit 200 mir bisher fremden Leuten drei Wochen unterwegs bin, macht es schon sehr besonders. Es war mir sofort klar, dass ich das mache.

Die ersten Konzerte liegen hinter Dir, was ist das für ein Gefühl auf die Bühne zu kommen?

Abgefahren. Ich war aufgeregt, aber auf eine angenehme Art und Weise. Wenn ich auf Tour gehe, spiele ich in Klubs, die so etwa 1000 Leute fassen. Als ich das erste Mal auf diese voll ausgeleuchtete riesige Bühne kam, habe ich zwar alles super gehört und es war gut ausgeleuchtet, aber ich habe auf eine schwarze Wand gesehen. Das ist ein krasser Moment, man weiß, da ist nicht nur eine Wand, da sitzen tausende Leute.

Stefanie Heinzmann: "Von Natasha war ich immer schon ein großer Fan"

Welche Songs wolltest Du machen?

Ich wollte unbedingt neuere Songs machen, „On Fire“ und „In the End“ machen mir derzeit am meisten Spaß. Erst hatte ich noch über „Diggin in the Dirt“ nachgedacht, aber der war mir den anderen zu ähnlich. Und dann ist es „My man is a mean man“ geworden, aber ein Ballade mit Orchester.

Hast Du Respekt gehabt, vor den großen Namen, die mit Dir auf Tour gehen? Simple Minds, John Miles, Natasha Bedingfield, Ronan Keating?

Total Respekt, man darf das nicht unterschätzen, selbst wenn man jetzt nicht selbst immer diese Musik hört. Es sind unfassbar gute Musiker. Und mit welchem krassen Herzblut sie Musik machen. Am spannendsten für mich ist Natasha Bedingfield, weil ich von ihr schon ein großer Fan war. Gerade „Soulmate“ hat mich immer schon beeindruckt. Das habe ich in der Schule oft gesungen.

Hast Du es Dir so vorgestellt, wie es gerade läuft?

Ich habe versucht, mir gar nichts vorzustellen, man weiß ja nicht was kommt. So was habe ich ja noch nie erlebt, ich war also sehr neutral eingestellt. Ich habe dann aber in einer halben Sekunde gemerkt, wie nett hier alle sind. Das hilft natürlich auch ein wenig gegen die Aufregung. Als ich nach meinem ersten Auftritt von der Bühne bin, haben die Jungs von "Time for Three" (klassischer Act der Tour) geschrien, mich sofort in den Arm genommen. Das war sehr berührend, Leute, die man seit gerade einem Tag kennt, dass die so mitfiebern. Wirklich toll.

Termin: Night of the Proms, Dienstag, 29. November, Messe Erfurt, 20 Uhr

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