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Kommentar: Erfurt- und Jena-Fans haben sich nicht mit Ruhm bekleckert

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Foto: Karina Hessland

Ein Kommentar zu den Auseinandersetzungen nach dem Spiel zwischen Rot-Weiß Erfurt und dem FSV Frankfurt.

Die einen versuchen, ein Tor gewaltsam zu durchbrechen, die anderen rufen antisemitische Sprüche. Sowohl eine Gruppe von Rot-Weiß-Erfurt-Fans als auch die Fans vom FC Carl Zeiss Jena haben sich am Samstag im Erfurter Steigerwaldstadion gegenseitig mit Provokationen hochgeschaukelt. Nach dem Spiel zwischen Erfurt und FSV Frankfurt kam es zu hässlichen Zwischenfällen.

Die Frankfurt-Anhänger wurden an diesem Spieltag, aufgrund einer Fanfreundschaft, von FCC-Anhängern im Block unterstützt. So weit, so normal. Das gibt es häufiger. Nicht normal sind dabei jedoch Steinwürfe, Gewalt gegen Polizeibeamte und der Versuch, einen Zaun zu durchbrechen. Mitgebrachte Vermummungsgegenstände lassen zudem den Verdacht aufkommen, dass manch Jena-Fan die Auseinandersetzung am Samstag gezielt suchte. Zwar sollen laut Polizeibericht die Erfurter Fans mit Provokationen begonnen haben, doch darauf einzugehen, ist ebenfalls nicht besonders klug.

Neonazi-Problem? Nein!

Der traurige Tiefpunkt sind die „Juden Jena“-Rufe von einzelnen RWE-Fans, die zum Glück von anderen Fangruppen übertönt wurden. Ob diese vor oder nach dem Gewaltausbruch der Jenaer Fans am Zaun kamen, lässt sich vermutlich nicht mehr eindeutig feststellen. Verachtenswert und niederträchtig sind sie in jedem Fall. Zum Glück sieht das der Großteil der Erfurter Fans ebenso, die nun wegen einer Gruppe ihren Verein in ein schlechtes Licht gerückt sehen.

Hat Rot-Weiß Erfurt ein Neonazi-Problem, fragt sich deshalb manch Außenstehender, der von diesem Vorfall liest. Nein, mit Sicherheit nicht. Zwar gibt es noch vereinzelte Fangruppen von Hooligans und Rechtsradikalen, allerdings hat sich in den vergangenen Jahren viel getan. Die „JJ“-Rufe werden seltener und es wird viel dafür getan, dass sie irgendwann verstummen. Es wäre gut für den Verein und die Stadt Erfurt, wenn dieser positive Weg weiter fortgeführt wird.

Video: Ausschreitungen im Steigerwaldstadion