Ballstädt-Prozess zieht sich wohl mindestens bis Mai

Angeklagte und ihre Verteidiger im Landgericht in Erfurt warten auf den Beginn eines Prozesses wegen eines rechtsextremen Überfalls auf eine Kirmesgesellschaft im thüringischen Ballstädt. Den 14 Männern und einer Frau wird gefährliche Körperverletzung vorgeworfen.
Angeklagte und ihre Verteidiger im Landgericht in Erfurt warten auf den Beginn eines Prozesses wegen eines rechtsextremen Überfalls auf eine Kirmesgesellschaft im thüringischen Ballstädt. Den 14 Männern und einer Frau wird gefährliche Körperverletzung vorgeworfen.
Foto: dpa
  • Der Ballstädt Prozess am Landgericht Erfurt zieht sich mindestens bis Mai
  • Grund für die weiteren Verhandlungstermine sind Detailfragen

Im Prozess um den mutmaßlich rechtsextremen Überfall auf eine Kirmesfeier in Ballstädt (Landkreis Gotha) ist noch kein Ende in Sicht. Das Landgericht Erfurt hat Verhandlungstermine bis Mai angesetzt. Unter anderem soll es da um die Kommunikation der Angeklagten untereinander vor und nach der Tat gehen. Nach Angaben der Nebenklage-Anwältin Kristin Pietrzyk haben sie und ihre Kollegen Beweisanträge gestellt, deren Gegenstand unter anderem Kurznachrichten sind, die die Angeklagten in der Tatnacht ausgetauscht haben sollen.

Was weiß der Verfassungsschutz?

Sie beweisen nach Überzeugung der Nebenklage, dass einzelne Angeklagte in der Nacht vom 8. auf den 9. Februar 2014 in dem Ort und an dem Angriff beteiligt waren. Eine der Nachrichten soll gelautet haben: "Steigt ins Auto und fahrt weg." Zudem steht in dem Verfahren auch noch eine Auswertung der Unterlagen an, die der Thüringer Verfassungsschutz im Zusammenhang mit dem Überfall angefertigt haben soll. Nach einem Bericht des MDR hat der Verfassungsschutz die Verabredung der Angeklagten zu dem Überfall aufgezeichnet, weil bei mindestens einem der Beschuldigten dessen Telefonate überwacht wurden.

Nächster Verhandlungstag im Ballstädt-Prozess Ende Februar

Bei dem Überfall auf die Kirmesgesellschaft waren mehrere Menschen teilweise schwer verletzt worden. Die Staatsanwaltschaft Erfurt hat wegen der Tat 14 Männer und eine Frau angeklagt, die der rechtsextremen Szene zuzurechnen sind. Der Prozess läuft seit Dezember 2015.

Der nächste Verhandlungstag ist nach Angaben einer Sprecherin des Landgerichts für Ende Februar geplant. Bislang seien in den Verfahren Fortsetzungstermine bis Mai vorgesehen. Ob der Prozess bis dahin abgeschlossen werden kann, ist offen. Das Verfahren gilt als einer der größten derzeit laufenden Prozesse gegen Rechtsextreme bundesweit.