Protest-Kreuze in Erfurt: Stadt schreitet nicht ein

Mit dem Kreuz, das auf einem Grundstück in der Nähe der als Baugrund für den Moschee-Neubau vorgesehenen Fläche errichtet wurde, will das Bündnis «Bürger für Erfurt» gegen die Moscheebaupläne in Erfurt-Marbach protestieren.
Mit dem Kreuz, das auf einem Grundstück in der Nähe der als Baugrund für den Moschee-Neubau vorgesehenen Fläche errichtet wurde, will das Bündnis «Bürger für Erfurt» gegen die Moscheebaupläne in Erfurt-Marbach protestieren.
Foto: Arifoto Ug/dpa
  • Zwei Kreuze als Protestsymbol gegen geplanten Moscheebau in Marbach errichtet
  • "Bürger für Erfurt" bekennen sich auf Facebook zu der Aktion
  • Keine baurechtliche Angelegenheit

Die Stadt Erfurt sieht keinen Grund, gegen das riesige Holzkreuz als Protest gegen die Moscheebaupläne im Ortsteil Marbach vorzugehen. Baurechtlich sei das Aufstellen eines solchen Kreuzes nach derzeitigem Prüfstand baurechtlich nicht genehmigungspflichtig, erklärte eine Sprecherin am Montag auf Anfrage. So etwas sei privatrechtlich möglich. Nach ihren Angaben gehört das Grundstück, auf dem es steht, weder der Stadt noch der Landesentwicklungsgesellschaft LEG. Solange von dem Kreuz keine Gefahr ausgehe, müsse es auch nicht beseitigt werden. Allein der Eigentümer des Grundstücks müsste einen solchen Schritt veranlassen.

Sind die Kreuze nur Beginn eines heftigen Widerstandes?

Das rund zehn Meter hohe Kreuz wurde am Samstag auf einem Grundstück neben der als Baugrund vorgesehenen Fläche für die Moschee errichtet. Es war vom Bündnis „Bürger für Erfurt“ aufgestellt worden. Einen Tag später, errichtete das Bündis ein weiteres Kreuz. Ortsteilbürgermeisterin Katrin Böhlke (parteilos) distanzierte sich von den Initiatoren. Sie sprächen nicht für Marbach. Sie fürchte nun, dass Kreuze erst der Beginn eines heftigen Widerstandes sein könnten, der aber hoffentlich nicht in Gewalt umschlage, sagte Böhlke.

Hintergrund zur geplanten Moschee: