Erfurter Moschee: In diesem Jahr rollt wohl kein Bagger mehr

Mohammad Suleman Malik, Sprecher der Ahamdiyya-Gemeinde in Erfurt, und ihr Bundesvorsitzender Bundesvorsitzende Abdullah Uwe Wagishauser bei der Vorstellung des Bauantrages für die Moschee in Marbach.
Mohammad Suleman Malik, Sprecher der Ahamdiyya-Gemeinde in Erfurt, und ihr Bundesvorsitzender Bundesvorsitzende Abdullah Uwe Wagishauser bei der Vorstellung des Bauantrages für die Moschee in Marbach.
Foto: Michael Frömmert
  • Moschee in Erfurt-Marbach: Ahamdiyya reicht Bauantrag ein
  • Geringfügige Änderungen zum Bauvorantrag
  • Baustart wohl erst 2018

Die Erfurter Ahmadiyya-Gemeinde hat den Bauantrag für die geplante Moschee in Marbach eingereicht. Wie ihr Sprecher Mohammad Suleman Malik am Montag sagte, sei das Dokument am Freitag an die Stadt geschickt worden.

Grünes Dach für die Moschee in Marbach

Im Vergleich zur Bauvoranfrage, gegen die mehrere Widersprüche vorliegen, haben sich nur wenige Dinge verändert. So sollen die Parkplätze nun nicht mehr an der Schwarzburger Straße entstehen, sondern direkt auf dem Gelände des Gotteshauses. Außerdem muss ein Teil des Daches begrünt werden. Unverändert bleibt die Höhe des Zierminaretts mit acht Metern und die der Kuppel mit drei Metern. Im Inneren entstehen unter anderem zwei Gebetsräume zu je 60 Quadratmetern, der Haupteingang soll an der Schwarzburger Straße liegen.

Bilder - Ahmadiyya stellt finale Moschee-Pläne vor:

Nachts ist das Licht an

Außerdem wird auch eine Unterkunft für den Imam eingerichtet. „Bei der aktuellen Sicherheitslage ist es schon wichtig, dass da jemand wohnt“, erklärte der Ahmadiyya-Bundesvorsitzende Abdullah Uwe Wagishauser, der am Montag zur Vorstellung der Pläne ebenfalls nach Erfurt gekommen war. Bundesweit habe es Anschläge auf zwei Moscheen der Gemeinde gegeben, beide waren unbewohnt. „Das sieht schon ganz anders aus, wenn nachts das Licht an ist“, beschreibt Wagishauser die Wirkung auf mögliche Randalierer.

„Inshalla“ - Ahmadiyya sieht kaum Bau-Hindernisse

Die Baukosten beziffert die Ahmadiyya auf etwa 550.000 bis 600.000 Euro, die durch Spenden abgesichert seien. Entscheidende Hindernisse beim Bau erwartet der Vorsitzende nicht. „Inshalla, so Gott will, steht dem nicht mehr viel im Wege.“ Das Grundstück sei ideal, weil es in einem Mischgebiet liege, in dem religiöse Bauten möglich sind. Zudem gebe es keine direkt betroffenen Nachbarn.

Baustart voraussichtlich erst 2018

Dennoch wird das Projekt ein langwieriges Unterfangen. „Ich schätze, dass es 2017 nicht mehr klappen wird“, blickt Wagishauser auf einen möglichen Baustart voraus. Nach seinen Erfahrungen beim Bau von Moscheen in anderen Städten werde ein Bauantrag in der Regel fünf oder sechs Monate bearbeitet. „Und dann kommt der Winter, in dem auch oft nicht viel passiert.“ Realistisch sei der erste Spatenstich erst Anfang 2018.

Einsprüche - Hamster lässt sich umsiedeln

Dass Einsprüche gegen den Bauvorantrag zu weiteren Verzögerungen führen werden, glaubt Wagishauser übrigens nicht. „Die Gründe sind schon an den Haaren herbeigezogen“, sagte der Ahamdiya-Vorsitzende. „Das ist eine kleine Moschee, die zum Freitagsgebet vielleicht von 25 Personen frequentiert wird, unter der Woche noch weniger. Da von Verkehrsbelastung zu sprechen, ist ein Witz.“ Auch Lärm sei nicht zu erwarten, da einerseits kein Muezzin rufe und alle Aktivitäten der ingesamt etwa 70 Gemeindemitglieder im Gebäude stattfänden. „Und einen Hamster kann man umsiedeln“, geht Wagishauser auf einen der Einsprüche ein.

Mehr zur geplanten Moschee in Erfurt-Marbach findet ihr unter dem Hashtag #Moschee.