Hunderte Menschen nehmen an Christopher Street Day in Erfurt teil

Das queere Fest auf dem Anger in Erfurt war gut besucht. Foto: Anna Jank
Das queere Fest auf dem Anger in Erfurt war gut besucht. Foto: Anna Jank
  • Hunderte Teilnehmer beim CSD in Erfurt fordern kostenlose Umwandlung von eingetragenen Lebenspartnerschaften in Ehen
  • CSD-Veranstalter warnen zugleich vor einem Rechtsruck in der Gesellschaft

Mehrere Hundert Menschen haben am Samstag in Erfurt für eine unbürokratische Umwandlung eingetragener Lebenspartnerschaften in Ehen demonstriert. Beim Christopher Street Day forderten sie, dass eine Umschreibung keine Gebühren kosten darf. Es gebe Signale aus der rot-rot-grünen Landesregierung, die dafür eine Lösung finden wolle, sagte Jenny Renner vom Thüringer Landesvorstand des Lesben- und Schwulenverbandes am Rande eines Straßenfestes. Zuvor waren nach unterschiedlichen Angaben von Polizei und Veranstaltern zwischen 400 und 800 Menschen mit Regenbogenfahnen und Plakaten durch die Innenstadt gezogen.

Fotos: CSD war nicht nur politisch - Heiratsantrag auf der Bühne

Renner: "Wir haben wirklich Grund zu feiern"

Nach einem Beschluss des Bundestags können homosexuelle Paare in Deutschland vom 1. Oktober an regulär heiraten - ein großer Erfolg für die schwul-lesbische Community. "Wir haben wirklich Grund zu feiern", sagte Renner. In Thüringen lebten zuletzt rund 1400 Menschen in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft. Sie können die Lebenspartnerschaft in eine Ehe umwandeln.

CSD-Veranstalter in Erfurt warnen vor Rechtsruck

Vier Wochen vor den Bundestagswahlen warnten die CSD-Veranstalter zugleich vor einem Rechtsruck in der Gesellschaft, der sich auch gegen Homosexuelle und Transsexuelle richte. Der CSD wird weltweit als Demonstrationstag von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgendern begangen. Er erinnert an einen Aufstand von Homosexuellen in New York im Sommer 1968, als es in der Christopher Street zu Straßenschlachten mit der Polizei kam.