Sinfonisch bis Elektro: Erfurter Musiker Rocky Wolf bringt Saxophon in alle Genre

Der Erfurter Musiker Rocky Wolf ist für alle Genre offen, ist aber auf dem Saxophon besonders virtuos.
Der Erfurter Musiker Rocky Wolf ist für alle Genre offen, ist aber auf dem Saxophon besonders virtuos.
Foto: Axel Heyder

Der Erfurter Musiker Rocky Wolf ist mal im Orchester, dann wieder Solo unterwegs und liebt viele Facetten der Musik.

Der Wahlerfurter Rocky Wolf spielt nicht nur bravourös Saxophon, es gibt kaum Musikstile, mit denen er sich nicht anfreunden kann. Der 26-Jährige liebt Cross-Over-Spielarten, bei denen mehrere Genre vermischt werden. Zudem engagiert sich der gebürtige Zwickauer als Netzwerker unter Erfurter Musikern, versucht Kontakte zu knüpfen und Musikschaffende aller Stile zu verbinden.

Du bist vielfältig musikalisch unterwegs, was genau machst Du eigentlich alles?

Rocky Wolf: Neben meinem festen Beruf in einem sinfonischen Blasorchester stehe ich bei kleineren Workshops gerne als Dozent zur Verfügung, interessiere ich mich privat für viele Facetten der Musik. Am meisten Freude bereiten mir Crossover-Projekte, die verschiedene Genre miteinander verbinden, wie zum Beispiel auf dem Saxophon über einen Clubmix als „Mr. Saxomotion“ zu improvisieren, von befreundeten Bands wie „Chameleon Walk“ einen „MeTRo TuNe“-Remix zu sampeln oder mit der Liveband „Propellerinsekt“ progressive Elektrosongs & Elektroimprovisationen auf die Bühne zu bringen.

Video: Das jüngste seiner vielen Projekte

Creep Cover (Remix) - Chameleon Walk & MeTRo TuNe

Welche musikalische Ausbildung hast Du hinter Dir?

Ich habe an der Robert Schumann Hochschule in Düsseldorf bei Andreas Hilner klassisches Saxophon studiert. Eine schöne und lehrreiche Zeit, für die ich dankbar bin. Im Bereich Jazz beziehungsweise Popularmusik bekam ich bei verschiedenartigen Lehrern Unterricht, zuletzt bei Frank Jacobi vom Glenn Miller Orchestra.

Was gefällt Dir als Wahlerfurter am Standort Thüringen in Bezug auf Musik, was weniger?

Thüringen hat ein großartiges Publikum mit vielen kulturinteressierten Menschen, die sich nicht nur auf ein Genre beschränken. Die tollen Projekte wie der „WirGarten“, das „Strandgut“ oder die Teilnahme an der „Fête de la Musique“ machen für mich Thüringen bzw. Erfurt im speziellen so interessant. Etwas schade finde ich, dass in Erfurt bei allen Veranstaltungen von Seiten der Stadt immer so genau hingeschaut wird. Ich möchte nicht zur Ruhestörung oder Anarchie aufrufen und sicherlich sind Auflagen notwendig, aber vielleicht lässt sich nicht jede Veranstaltungen auf das „Schema F“ anpassen, ohne den Reiz zu verlieren. Aus diesem Grund halte ich eine „geduldete Musikszene“ für sehr wichtig und machbar.

Du bist kein klassischer DJ, beschäftigst Dich aber dennoch mit Remixen?

Der „klassische“ DJ hat die Aufgabe, fertige Songs so ineinander zu „faden“, dass für den Zuhörer der Eindruck eines Endlosstückes entsteht. Mich haben aber immer Leute wie Paul Kalkbrenner interessiert, die es von analogen Presets bis heute in Ableton Live gelernt haben, einen Elektrosong so zu programmieren bzw. komponieren, dass sie zu jeder Zeit vollen Einfluss auf das Ergebnis haben. So kann man im Song das Publikum immer genau da abholen, wo es sich befindet, ähnlich einer Live-Band, Höhepunkte setzen und den Aufbau beliebig nach Situation anpassen. Wenn der Club tanzen soll, bekommt der Track eine Kick-Drum, die niemanden still stehen lässt.

An welche Genre würdest Du Dich gar nicht heran trauen?

Genre die ich selten oder gar nicht höre, das ist allenfalls Musik, die mich persönlich nicht erreicht. Im Grunde probiere ich mich gerne aus und wenn mir etwas nicht gelingt, dann versuche ich daraus zu lernen und es beim nächsten Versuch besser zu machen. Niemand ist perfekt.

Obwohl Du nicht aus Erfurt kommst, versuchst Du den Zusammenhalt zwischen Erfurter Musikern zu stärken, betreibst aktives Networking und initiierst sogar Projekte, die mit der Stadt zu tun haben. Woher rührt dieses Engagement?

Erfurt ist eine wunderschöne Kulturstadt, die großartige Künstler hervorgebracht hat beziehungsweise beherbergt. Doch ich bevorzuge nicht nur Einzelkünstler, ich mag die gesamte Musikszene mit tollen Bands, Projekten und Musikern/innen, die aus meiner Sicht die gleiche Aufmerksamkeit verdient haben. Ich versuche frei von Erfolgsdruck eine Gemeinschaft zu erreichen, in der sich die Musiker/innen gegenseitigen Input geben, in der man vielleicht auch versucht voneinander zu lernen. Ich würde es toll finden, wenn irgendwann junge Bands auf die Erfahrungen von etablierten Bands zurückgreifen können. So etwas geht beim Finden eines Bandraums los und kann sogar zu gemeinsamen Auftritten führen.

Welchen Traum verfolgst Du als Musiker?

Der ein oder andere Traum wird sich für mich schon bald erfüllen, aber dazu möchte ich noch nicht gleich alles verraten. Ich habe es schon immer geliebt, Musik fürs Publikum zu spielen, um Menschen damit zu unterhalten und vielleicht schaffe ich es ja irgendwann den Grundstein für ein Gemeinschaftskonzert von regionalen Künstlern zu legen.

Anhören könnt ihr Rocky Wolf auf Facebook mit seinen Projekten Propellerinsekt und MeTRoTuNe oder auf Youtube.