Angriff auf Politiker-Büro: Linke zeigt sich unbeirrt - Polizei sucht Zeugen

Mit einem Pflasterstein hat ein Unbekannter die Scheibe eines Wahlkreisbüros der Linken in Erfurt beschädigt. (Symbolbild)
Mit einem Pflasterstein hat ein Unbekannter die Scheibe eines Wahlkreisbüros der Linken in Erfurt beschädigt. (Symbolbild)
Foto: imago/McPHOTO
  • Unbekannter wirft Pflasterstein in Wahlkreisbüro der Linken in Erfurt
  • Polizei bittet um Hinweise bei Fahndung

Der Wahlkampf ist vorbei, doch die Parteien stehen scheinbar weiter im Fokus von Randalierern. In Erfurt wurde in der Nacht zu Dienstag ein Wahlkreisbüro der Partei „Die Linke“ angegriffen. Wie die Polizei mitteilte, warf gegen 2.20 Uhr ein Unbekannter einen Pflasterstein in die Scheiben des Büros am Juri-Gagarin-Ring 49. Zusammen mit einem anderen Mann soll er anschließend in die Johannesstraße, in Richtung Waldenstraße, geflohen sein.

Immer wieder Attacken gegen Parteien

Schon im Vorfeld der Bundestagswahl kam es in Thüringen zu Angriffen auf Parteiräume und Politiker:

So wird der Täter in Erfurt beschrieben

Der Steinewerfer von Dienstagnacht wird von der Polizei als 1,75 Meter groß, schlank und sportlich beschrieben. Er hat kurze Haare, die er möglicherweise als Irokese trägt, und soll bei der Tat eine dunkle Jacke und eine dunkle Jeans getragen haben. Sein Begleiter war groß und von kräftiger Statur. Er soll in beiden Ohren Tunnel getragen haben.

Wer Hinweise rund um die Tat und die beiden gesuchten Männer hat, kann sich telefonisch bei der Polizei in Erfurt melden: (0361) 662 14 65.

Erfurter Büro von Stange, Blechschmidt und Hande

Nach Parteiangaben handelt es sich um das Gemeinschaftsbüro der Landtagsabgeordneten Karola Stange, André Blechschmidt und Roland Hande in der Erfurter Innenstadt. In einer Stellungnahme vom Dienstag sprach die Partei von mehreren Steinen, die auf Stellen des Fensters geworfen worden seien, hinter denen Plakate gegen rechts hingen. Die Partei vermute daher ein rechtsradikales Motiv.

Linke will sich nicht einschüchtern lassen

„Diese gewaltsame Aktion ist offenkundig Werk von Aggressionsgesteuerten, Feiglingen und Dummköpfen, die keine Argumente für die politische Diskussion haben“, teilten die drei Abgeordneten mit. „Wenn solche Gewalttäter denken, wir würden unsere Bürgernähe durch solche Taten aufgeben, haben sie sich getäuscht“, so die Politiker. „Wir bleiben bei unseren grundsätzlichen Positionen und unserem politischen Ziel, allerorts für eine solidarische, gerechte, demokratische und tolerante Gesellschaft zu streiten.“

Sachbeschädigungen im Wahlkampf

Im Wahlkampf war es zu zahlreichen politisch motivierten Sachbeschädigungen gekommen. Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) hatte Ende August in dem Zusammenhang von einer „Verrohung der politischen Sitten“ gesprochen.