Nach der Bundestagswahl: Parteien in Thüringen gewinnen neue Mitglieder

Vor allem SPD, Linke, Grüne, FDP und AfD können sich über neue Mitglieder freuen.
Vor allem SPD, Linke, Grüne, FDP und AfD können sich über neue Mitglieder freuen.
Foto: dpa

Die Bundestagswahl hat bei vielen Parteien im Freistaat für frischen Wind gesorgt. Dutzende Thüringer sind eingetreten. Allerdings profitieren nicht alle Parteien so deutlich.

Rund um die Bundestagswahl sind Hunderte Thüringer in Parteien eingetreten. Vor allem Linke, SPD, AfD und FDP profitierten von einem Mitgliederschub, der sich auch bundesweit bemerkbar machte. Einige sprechen sogar von einer Trendumkehr. Eine abschließende Bilanz können viele Parteien jedoch noch nicht ziehen.

SPD Thüringen sieht Mitgliederrückgang gestoppt

Die SPD in Thüringen hat nach Angaben des Landesgeschäftsführers Michael Klostermann noch stärker von der Wahl als vom Schulz-Hype zu Beginn des Jahres profitiert. Seit dem Wahltag am 24. September seien 40 neue Mitglieder in die Partei eingetreten. Derzeit gebe es im Freistaat 3830 Genossen - 60 mehr als zu Beginn des Jahres.

„Der Trend der kontinuierlichen Mitgliederverluste in den vergangenen Jahren konnte also gestoppt und umgekehrt werden“, sagte Klostermann. Der Großteil der Neumitglieder sei jünger als 30 Jahre, so dass das Durchschnittsalter konstant bleibe. Ziel sei, sich schrittweise der 4000er-Marke zu nähern.

Sterbefälle und altersbedingte Austritte bei der Linken

In die Thüringer Linke sind im September nach Angaben des Schatzmeisters Holger Hänsgen 64 Personen eingetreten. Demgegenüber stehe ein Austritt. Seit Jahresbeginn sei die Mitgliederzahl jedoch um 34 auf 4494 zurückgegangen. Dies ergebe sich vorwiegend aus Sterbefällen oder alters- und krankheitsbedingten Austritten, sagte Hänsgen. Landeschefin Susanne Hennig-Wellsow wertete die Eintritte als Antwort auf „Demokratieverdrossenheit und auf den deutlichen Rechtsruck, den wir bei dieser Bundestagswahl erlebt haben“.

FDP in Thüringen wird jünger

Bei der nicht im Landtag vertretenen FDP gingen seit dem 17. September mehr als 50 Anträge ein. „Wir sehen das als Rückenwind an. Wir sind außerparlamentarische Opposition und jedes Mitglied ist ein Sprecher der Partei“, sagte Landesgeschäftsführer Tim Wagner. Derzeit hätten die Liberalen in Thüringen 1226 Mitglieder, zu Beginn des Jahres seien es 1202 gewesen. Der Altersdurchschnitt sei in den vergangenen drei Jahren fast um fünf Jahre auf 53,8 gesunken. Knapp 20 Anträge müssten noch geprüft werden, sagte Werner.

AfD-Mitglieder treten über Bundespartei ein

Bei der AfD im Freistaat seien unmittelbar nach der Wahl 19 Aufnahmeanträge eingegangen, sagte Sprecher Torben Braga auf Anfrage. Hinzu kämen die bislang ungezählten Anträge von Thüringern, die bei der Bundesgeschäftsstelle gestellt wurden. Insgesamt habe die AfD im Freistaat rund 1020 Mitglieder. „Ich gehe jedoch davon aus, dass es deutlich mehr sind, weil die meisten den Antrag über die Seite der Bundespartei stellen.“ Hinzu kämen außerdem 120 Anträge, die noch geprüft werden müssten. Im März hatte die AfD 950 Mitglieder.

Wenig Bewegung bei Thüringens Grünen

Bei den Grünen ist die Mitgliederzahl seit Jahresbeginn hingegen fast konstant geblieben: Derzeit zählt die Partei nach Angaben einer Sprecherin 722 Mitglieder - zum Jahreswechsel waren es sieben mehr. Rund um die Bundestagswahl sind zwei Thüringer in die Partei eingetreten. Es sei jedoch davon auszugehen, dass von den rund 1000 Neumitgliedern auf Bundesebene auch einige aus dem Freistaat kommen, sagte die Sprecherin.

CDU mit Abstand am größten

Die CDU - mitgliederstärkste Partei in Thüringen - konnte zur Zahl der Neumitglieder rund um die Bundestagswahl zunächst keine Angaben machen. Die Anträge gingen bei den Kreisverbänden oder online ein und würden nicht gesammelt erfasst, sagte Landesgeschäftsführerin Evelin Groß. Mitte August habe die Partei rund 10.000 Mitglieder gehabt. Jährlich kämen etwa 200 Mitglieder hinzu. Die Zahl der Austritte - größtenteils Sterbefälle - sei jedoch höher als die der Eintritte.

Union verliert bundesweit

Bundesweit verzeichneten die Parteien zuletzt wieder mehr Zulauf. Davon profitieren vor allem SPD, Linke, Grüne, FDP und AfD, wie eine Umfrage des Redaktionsnetzwerks Deutschland in den Parteizentralen Anfang der Woche ergab. Einen leichten Mitgliederschwund gab es hingegen bei der CDU, die CSU trat auf der Stelle.

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