Protest gegen Mietenwahnsinn vor Immobilien-Kongress in Erfurt

Vor dem Immobilienkongress in der Erfurter Messe protestieren junge Menschen gegen zu hohe Mieten in den Städten.
Vor dem Immobilienkongress in der Erfurter Messe protestieren junge Menschen gegen zu hohe Mieten in den Städten.
Foto: "Erfurt für alle!"
  • Aktivisten protestieren gegen zu hohe Mieten in Thüringer Städten
  • Bündnis „Erfurt für Alle!“ fordert Recht auf bezahlbaren Wohnraum

Unter dem Motto „Den Ausverkauf der Städte stoppen!“ wurde am Donnerstagmorgen gegen den Thüringer Immobilienkongress, der auf der Erfurter Messe, stattfindet, protestiert. Anlass sind die hohen Mieten in den Thüringer Städten wie etwa Jena, Erfurt oder Weimar.

Kritik an Eintrittspreis vom Thüringer Immobilienkongress

„Wir wollen es nicht unwidersprochen lassen, wenn eine profitorientierte Immobilienwirtschaft Städte wie Märkte unter sich aufteilt. Wir möchten in einer vielfältigen und bunten Stadt leben, die von möglichst vielen Menschen selbst gestaltet werden kann“, so eine Sprecherin des Bündnisses „Erfurt für Alle!“. Statt den roten Teppich für Investoren auszurollen, solle die Politik das Recht auf bezahlbaren Wohnraum durchsetzen. Die möglichst profitable Vermarktung der Städte fange mit dem Eintrittspreis des Kongresses an, kritisieren die Aktivisten den Eintrittspreis von 250 Euro.

Kritik an hohen Mieten in Jena, Erfurt und Weimar

Denn den Preis für den von den Kongressveranstaltern behaupteten „Boom-Taumel“ zahlen die Mieterinnen und Mieter, heißt es von den Demonstranten. Aus ihrer Sicht hat sich die Wohnsituation in Thüringen dramatisch verschlechtert: So seien die Mieten in Erfurt von 2007 bis 2015 im Schnitt um 26 Prozent gestiegen, gerade bei Neuvermietungen würden die Preise noch höher liegen.

In Jena liege die Kaltmiete mit knapp 8 Euro pro Quadratmeter über dem bundesdeutschen Durchschnittswert von 7,30 Euro pro Quadratmeter und weit über dem für Thüringen von 5,50 Euro pro Quadratmeter. In Erfurt liegt der Preis pro Quadratmeter im Durchschnitt bei 7 Euro, berichtete jüngst die Zeitung "Die Welt". Viele Menschen könnten sich die Mieten kaum noch leisten, haben Angst vor Verdrängung und einem unfreiwilligen Umzug, so "Erfurt für alle" über die hohen Mieten. Neu Zuziehende haben Probleme, überhaupt eine Bleibe zu finden und in Erfurt, Jena und Weimar mangle es massiv an bezahlbarem Wohnraum, insbesondere für Alleinerziehende oder Menschen mit kleiner Rente, berichten die Aktivisten.

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Wie viele Arbeitsplätze in Erfurt erhalten bleiben, ist unklar.
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Foto: imago/Bild13
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