So soll ganz Thüringen von der neuen ICE-Trasse profitieren

Die Landesregierung werde sich dafür einsetzen, dass nicht nur Erfurt als ICE-Knoten, sondern auch andere Landesteile von dem Verkehrsprojekt profitieren, kündigte Ramelow an. (Symbolfoto)
Die Landesregierung werde sich dafür einsetzen, dass nicht nur Erfurt als ICE-Knoten, sondern auch andere Landesteile von dem Verkehrsprojekt profitieren, kündigte Ramelow an. (Symbolfoto)
Foto: Michael Frömmert

Nur noch etwa zwei Stunden sind Berlin und München von Erfurt entfernt, wenn die neue ICE-Strecke durch den Thüringer Wald im Dezember in Betrieb geht. Die Landesregierung hofft, dass viele Fahrgäste in Erfurt aussteigen.

Erfurt wird sich nach Inbetriebnahme der schnellen ICE-Strecke von Berlin nach München aus Sicht von Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) als Kongressstadt profilieren. Über Erfurt führe mit dem Start des Abschnitts nach Bamberg in Bayern zum Fahrplanwechsel im Dezember eine der deutschen Hauptverkehrsachsen der Bahn, sagte Ramelow am Montag bei einer Testfahrt zwischen beiden Städten. „Thüringen wird Deutschlands schnelle Mitte. Wir werden mit diesem Standortfaktor massiv werben.“

Bis zu drei Millionen Fahrgäste jährlich

Künftig ist Erfurt sowohl von Berlin als auch von München in etwa zwei Stunden erreichbar. Prognosen gehen von bis zu drei Millionen Fahrgästen jährlich zwischen München und Berlin aus.

Landesregierung arbeitet an Taktfahrplan für Thüringen

Die Landesregierung werde sich dafür einsetzen, dass nicht nur Erfurt als ICE-Knoten, sondern auch andere Landesteile von dem Verkehrsprojekt profitieren, kündigte Ramelow an. In Erfurt erwarte er, dass es weitere neue Hotelprojekte gibt. „Die Hotelkapazität reicht nicht aus.“ Damit auch die Menschen in anderen Regionen Thüringens die Vorteile der Schnellverbindung nutzen können, werde an einem vertakteten Schienennahverkehrssystem gearbeitet. „Wir sind strikt für einen Verkehrsverbund in Thüringen.“

Bahngipfel am 29. November in Jena

Ramelow kündigte einen Bahngipfel für Ostthüringen an, der für den 29. November in Jena geplant sei. Dort solle es unter anderem um den weiteren Ausbau der Mitte-Deutschland-Verbindung gehen. Er werde auch Vertreter der sächsischen Regierung dazu einladen.

1996 wurde das Projekt begonnen

In den Neu- und Ausbau der ICE-Sprintstrecke wurden seit Baubeginn 1996 rund zehn Milliarden Euro investiert. Zeitweise hatte es auf der Strecke durch den Thüringer Wald, die zu den technisch und finanziell aufwendigesten der Bahn gehörte, Baustopps gegeben.

Lokführer werden für die Strecke fit gemacht

Mit dem Fahrplanwechsel am 10. Dezember geht es mit Tempo 300 durch den Thüringer Wald. Diese Geschwindigkeit wird derzeit bereits bei den Testfahren erreicht. Nach Angaben eines Bahnsprechers läuft derzeit noch das Training von mehr als 100 Lokführern auf der Strecke.

22 Tunnel und 29 Talbrücken

Die 107 Kilometer lange Neubautrasse zwischen Erfurt und dem bayerischen Ebensfeld führt durch 22 Tunnel und über 29 Talbrücken; davon führen 73 Kilometer durch Thüringen. Vor ihrer Inbetriebnahme wird es allerdings noch Einschränkungen unter anderem auf dem Erfurter Hauptbahnhof geben.

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