Tiefensee will Thüringen als SPD-Landeschef voranbringen

Wolfgang Tiefensee (SPD), Thüringer Minister für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitale Gesellschaft und Anwärter auf den Posten des SPD-Landeschefs von Thüringen. (Archivfoto)
Wolfgang Tiefensee (SPD), Thüringer Minister für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitale Gesellschaft und Anwärter auf den Posten des SPD-Landeschefs von Thüringen. (Archivfoto)
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  • Als einzig verbliebener Kandidat will Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee neuer Chef der Thüringer SPD werden
  • Mitte März soll über Nachfolge des zurückgetretenen Erfurter OBs Bausewein entschieden sein

Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee soll neuer SPD-Landesvorsitzender in Thüringen werden. Der Landesvorstand schlug den 63-Jährigen am Samstag einstimmig als Kandidaten vor. Er solle am 11. März auf einem Sonderparteitag gewählt werden, sagte die Vize-Vorsitzende und Finanzministerin Heike Taubert. Sie führt die Partei, nachdem Erfurts Oberbürgermeister Andreas Bausewein das Amt zum Jahreswechsel überraschend niedergelegt hatte.

Juso-Chef erwartet Visionen von Tiefensee

Für Tiefensee spreche seine große Erfahrung, unter anderem als Wirtschaftsminister in Thüringen, sagte Taubert. Juso-Vorsitzender Oleg Shevchenko sagte, er erwarte von Tiefensee vor allem Visionen.

Tiefensee: "Dass es in unserem Land vorwärtsgeht"

Tiefensee sagte dem MDR Thüringen: „Ich will in die Verantwortung gehen.“ Er habe seine Bereitsschaft erklärt, zusammen mit den vielen Ehrenamtlichen in der Partei, aber auch den politisch außerhalb der Partei Engagierten, „meine ganze Kraft, meine Erfahrung und meinen Optimismus einzubringen, dass es in unserem Land vorwärtsgeht.“ Ob Tiefensee auch SPD-Spitzenkandidat für die Landtagswahl 2019 wird. Darüber soll ein Parteitag im Herbst entscheiden.

Andere SPD-Politiker lehnen Kandidatur ab

Innenminister Georg Maier, den der bisherige Parteichef Bausewein auch schon als Spitzenkandidaten für die Landtagswahl ausgerufen hatte, will nicht SPD-Vorsitzender werden. Er sagte am Samstag ebenso ab wie Fraktionschef Matthias Hey, dem große Chancen eingeräumt wurden. Auch der ehemalige Landtagsabgeordnete und Fraktionschef Heiko Gentzel, der vom Kreisverband Schmalkalden-Meiningen vorgeschlagen worden war, lehnte ab.

Rücktritt Bauseweins wegen bevorstehender OB-Wahl

Erfurts Oberbürgermeister Bausewein hatte das Amt des Landesvorsitzenden nach drei Jahren zum Jahreswechsel niedergelegt. Er will sich ganz auf seine Wiederwahl bei der Kommunalwahl im April konzentrieren. Derzeit führt Finanzministerin Heike Taubert die Partei. Sie habe keine Ambitionen, das Amt dauerhaft zu übernehmen, hatte sie erklärt.

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Nur etwa jeder Zehnte in Thüringen (11 Prozent) fühlt sich für das Alter ausreichend abgesichert - das ist bundesweit der niedrigste Wert. (Symbolfoto)
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