Chaos-Club Rot-Weiß: Kann Erfurt das Aus noch abwenden?

Präsident Frank Nowag und Ehrenpräsident Klaus Neumann vom FC Rot-Weiß Erfurt bei einer Pressekonferenz.
Präsident Frank Nowag und Ehrenpräsident Klaus Neumann vom FC Rot-Weiß Erfurt bei einer Pressekonferenz.
Foto: Imago / Karina Heßland-Wissel

Der FC Rot-Weiß Erfurt will als Gründungsmitglied der 3. Liga in seinem zehnten Jahr das mögliche Aus noch abwenden. Doch vor den Verantwortlichen steht eine Herkulesaufgabe. Denn die Finanzlage ist dramatisch, sportlich läuft es auch nicht.

Finanzielle Probleme, schwere Zerwürfnisse in der Führungsetage, öffentliche Schlammschlachten, sportliche Krise: Fußball-Drittligist FC Rot-Weiß Erfurt ist derzeit vor allem eins - ein Chaos-Club. Um das Aus des Gründungsmitglieds der 3. Fußball-Liga noch abzuwenden, ruhen die Hoffnungen auf der Mitgliederversammlung am Samstag. Dort soll Einigkeit und ein gemeinsames Handeln aller erreicht werden. „Ich hoffe, dass die Vernunft siegt und es für die Rettung des Vereins noch nicht zu spät ist“, sagte Präsident Frank Nowag.

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Rot-Weiß Erfurt muss Geld beim DFB nachweisen

Das Scheitern kann aber nur unter größten Anstrengungen abgewendet werden. Bis zum 23. Januar muss RWE 1,5 Millionen Euro beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) nachweisen. Ansonsten kommt es zum Punktabzug und der Abstieg des Tabellenletzten wäre dann wohl kaum noch zu verhindern. Eine Rettung kurz vor Toreschluss scheint möglich. Die Erfurter Verantwortlichen um Präsident Nowag sind optimistisch, die Lücke von 600.000 Euro bis zum Dienstag über potenzielle Sponsoren schließen zu können.

Schulden sollen bei Mitgliederversammlung Thema sein

Gelingt dies nicht, droht im schlimmsten Fall die Insolvenz. Dazu kommt, dass die derzeitigen Schulden der Thüringer laut Einschätzungen eines unabhängigen Wirtschaftsprüfers bei 6,795 Millionen Euro liegen sollen. Über die genaue wirtschaftliche Lage soll nun auf der mit Spannung erwarteten Mitgliederversammlung informiert werden. Nowag hatte am 2. November bei seiner Ernennung zum Clubchef versprochen, die „hundertprozentige Transparenz über die wirtschaftliche Situation des Vereins herzustellen.“

Nur noch eine Liste bei Wahl zum Aufsichtsrat

Hoffnungsvoll erscheint die Tatsache, dass man endlich die Streitigkeiten auf Führungsebene beigelegt hat. „Es ist uns gelungen, in zahlreichen Gesprächen Einigkeit zwischen zwei rivalisierenden Lagern zu schaffen, die beide unterschiedliche Wege zur Rettung des FC Rot-Weiß gehen wollten“, sagte Rot-Weiß-Ehrenpräsident Klaus Neumann am Donnerstag. So werde es anstatt zwei nur noch eine gemeinsame Vorschlagsliste mit Kandidaten für die Wahl des Aufsichtsrates, der laut Satzung den Präsidenten einsetzt, geben. Die kandidierenden Personen stehen laut Neumann voll hinter Nowak. Man wolle den Schulterschluss zum Wohle des Vereins demonstrieren und keine schmutzige Wäsche waschen, kündigte Neumann an.

Rombach und Krämer mussten bei Rot-Weiß gehen

Vorausgegangen war ein unrühmliches Hickhack in der Führungsetage. Alles begann mit dem Rauswurf von Trainer Stefan Krämer, der am 2. Oktober 2017 nach drei Niederlagen in Serie und dem Absturz auf den letzten Tabellenplatz gehen musste. David Bergner wurde Nachfolger. Doch es kehrte keine Ruhe ein. Am 2. November setzte der Aufsichtsrat Präsident Rolf Rombach, der seit 1. Juli 2005 im Amt war, aufgrund dessen Führungsstils und der zukünftigen Ausrichtung des Vereins ab. Als Präsident wurde Nowag eingesetzt.

Rombach weg, Rombach da, Rombach weg

Rombach wehrte sich und behauptete, die Abberufung sei konstruiert gewesen. Man einigte sich und Rombach kehrte am 4. November wieder in sein Präsidentenamt zurück. Gut eine Woche später gab Rombach jedoch auf und trat zurück. Die Hauptgründe seien das Zerwürfnis und die internen Machtkämpfe in der Führungsriege sowie die Berichterstattung über ihn gewesen, sagte Rombach. Nowag übernahm erneut.

Video: Rolf Rombachs Worte zum Abschied von RWE

Rolf Rombach nimmt Abschied von Rot-Weiß Erfurt

Rolf Rombach hat seinen Rücktritts als Präsident des FC Rot-Weiß Erfurt erklärt. Seine Worte zum Abschied seht ihr im Video.
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Erfurter Personalkarussell dreht sich

Von Ruhe aber keine Spur. Geschäftsstellenleiter Konstantin Krause wurde am 15. November entlassen. Auch Manager Torsten Traub wurde gefeuert. Am 20. November trennte sich der Verein von Trainer Bergner wegen Erfolglosigkeit und holte Stefan Emmerling zurück, der die Rot-Weißen bereits von März 2010 bis August 2012 trainiert hatte. Er soll den sportlichen Abstieg verhindern. Vorausgesetzt, die schweren finanziellen werden gelöst.

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Rigde Munsy (Aue) überspielt Florian Neuhold (Erfurt, links) Fußball Testspiel Erzgebirge Aue - FC Rot-Weiß Erfurt am 16.1.2018 Erzgebirge Aue - Rot-Weiß Erfurt
Rigde Munsy (Aue) überspielt Florian Neuhold (Erfurt, links) Fußball Testspiel Erzgebirge Aue - FC Rot-Weiß Erfurt am 16.1.2018 Erzgebirge Aue - Rot-Weiß Erfurt
Foto: Imago/Kruczynski
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