Anti-Moschee-Protest vor dem Dom: AfD kündigt Großdemo an

Die AfD will mit einer Kundgebung auf dem Domplatz unter anderem gegen den Bau der Moschee in Marbach protestierten. (Archivfoto)
Die AfD will mit einer Kundgebung auf dem Domplatz unter anderem gegen den Bau der Moschee in Marbach protestierten. (Archivfoto)
Foto: Imago / Eibner
  • Erneut AfD-Demo gegen Moschee in Erfurt
  • Kundgebung am Sonntag auf dem Domplatz
  • Gegenprotest erwartet

Innerhalb von knapp zwei Wochen geht die Alternative für Deutschland ein weiteres Mal gegen die geplante Moschee in Erfurt auf die Straße. Für Sonntag hat die Thüringer AfD um Landeschef Björn Höcke eine Kundgebung auf dem Domplatz angekündigt. Ab 15 Uhr will die Partei auch gegen den Familiennachzug bei Flüchtlingen und weitere Zuwanderung protestieren. Die Forderungen werden jedoch nicht unwidersprochen bleiben, vor allem aus dem linken Lager gibt es Aufrufe zur Gegendemo.

Fotos von der vergangenen Anti-Moschee-Demo und Gegenprotest:

AfD sieht Islam als Gefahr für Deutschland

Die AfD befürchtet durch den Familiennachzug Auswirkungen auf den „sozialen Frieden in Deutschland“. Landessprecher Stefan Möller findet dabei konfliktträchtige Worte: In Deutschland gebe es eine „Appeasement-Politik“ gegenüber dem Islam – also eine Politik der Zugeständnisse und des Zurückweichens. Appeasement wird vor allem mit der Zurückhaltung der britischen Regierung gegenüber Forderungen des nationalsozialistischen Deutschlands in den 1930er-Jahren in Verbindung gebracht. Das Entgegenkommen der Briten hatte nicht verhindern können, dass das Hitler-Regime den Zweiten Weltkrieg anzettelt. Nun sieht die AfD also offenbar den Islam als Bedrohung.

Moschee-Erlaubnis in Erfurt - AfD attackiert Bausewein

Es gelte jetzt, den Sozialstaat zu verteidigen, heißt es bei der AfD Thüringen. Nach der Baugenehmigung für die geplante Moschee in Marbach sollen Erfurts Oberbürgermeister Andreas Bausewein (SPD) deshalb „die Leviten gelesen werden“. Die Partei selbst spricht von einer „Großdemonstration“, die am Sonntag auf der Südseite des Domplatzes stattfindet. Wie viele Teilnehmer erwartet werden, ist indes unklar.

Aufrufe zum Gegenprotest

In den sozialen Netzwerken riefen verschiedene Akteure zum Gegenprotest auf, ab 13.30 Uhr soll es eine Demo am Hauptbahnhof geben. So twitterte „Höcke Watch“: „Am Sonntag wollen #Hoecke, #Gauland & #Brandner in #Erfurt ihren braunen Müll verbreiten. Das darf nicht unwidersprochen bleiben! Also, Hintern hoch und auf die Straße!“ Die Grüne Jugend in Thüringen und die Erfurter Grünen machen zudem darauf aufmerksam, dass neben der Demo in Erfurt in nächster Zeit weitere rechte Kundgebungen geplant sind: am 3. Februar in Weimar und am 17. Februar in Nordhausen. „Kommt mit und zeigt, dass rechte Hetze nicht unwidersprochen bleibt!“, schreibt die Nachwuchsorganisation der Grünen. Auch das Bündnis „Auf die Plätze“ schloss sich den Aufrufen zum Protest gegen die AfD am Sonntag an.