„Unverantwortlich“: Amt wusste nichts vom Chaos-Transport

Der 180-Tonner muss jetzt im Rückwärtsgang seine Route zurückfahren.
Der 180-Tonner muss jetzt im Rückwärtsgang seine Route zurückfahren.
Foto: Montage: Marcus Scheidel/Google Maps
  • 180-Tonnen-Schwerlasttransport in Andisleben sorgt für Chaos
  • Routen müssen von diversen Behörden abgesegnet werden
  • Amt in Sömmerda wusste nichts von geplanter Fahrt durch Andisleben

„Es war unverantwortlich“, den Schwerlasttransport die beschriebene Route über Andisleben passieren zu lassen. Silke Rudloff, die Amtsleiterin des Amtes für Kreisstraßen und Tiefbau in Sömmerda, findet gegenüber Thüringen24 klare Worte für den Vorfall mit dem Chaos-Schwerlasttransport.

Laut Rudloff erfolgen die Genehmigungen solcher Transporte, die Straßen mehrerer Baulastträger befahren, grundsätzlich über das Landesverwaltungsamt. Über ein Internetportal (VEMAGS), das von den Bundesländern zur Schwerlasttransport-Planung bereitgestellt wird, würden die betroffenen Behörden angehört und um Stellungnahme gebeten.

Bildergalerie: Schwertransport fädelt sich durch Andisleben

Keine Befahrung von Kreisstraßen im Kreis Sömmerda geplant

Die Anhörung zu dem Transport, der für so viel Chaos sorgte, sei im Landratsamt Sömmerda am 23. Januar 2018 eingegangen. Das zuständige Amt für Kreisstraßen und Tiefbau habe diesem Antrag zugestimmt. „Allerdings war in der Antragstellung keine Befahrung von Kreisstraßen im Landkreis Sömmerda geplant“, erklärt sich Rudloff.

Noch kein weiterer Antrag eingegangen

„Uns ist nicht bekannt, wer den Transport auf der aktuellen Route über die Kreisstraße K18 genehmigt hat und ob, beziehungsweise warum, von der genehmigten Route abgewichen wurde“, heißt es weiter. Der weitere Transportweg im Landkreis Sömmerda soll ebenfalls nicht bekannt sein. Offizielle Stellen sollen bisher nicht angefragt haben.

Hier gibt's die weiteren Fotos vom Transport:

Landratsamt hat keinerlei Genehmigungen zu Andisleben ausgesprochen

Wenn in der Anhörung vom 23. Januar die Route über Andisleben angefragt worden wäre, wäre diese vom Tiefbauamt in Sömmerda abgelehnt worden. „Uns sind die Problemstellen an den Kreisstraßen, wie beispielsweise Engstellen, enge Kurven, geringe Brückenhöhen oder geringe Tragfähigkeit bekannt und werden bei der Bewertung von Routenanfragen selbstverständlich mit einbezogen“, argumentiert Rudloff „Das Landratsamt hat keinerlei Genehmigungen dazu ausgesprochen. Es war unverantwortlich, die heute in den Medien beschriebene Route passieren zu lassen.“