Wie im Affenhaus – Stadtrat streitet um Erfurter Zoopark

Da laust sich der Affe: Der Erfurter Stadtrat streitet über die weitere Ausrichtung des Thüringer Zooparks in der Landeshauptstadt.
Da laust sich der Affe: Der Erfurter Stadtrat streitet über die weitere Ausrichtung des Thüringer Zooparks in der Landeshauptstadt.
Foto: Zoopark
  • Trotz höherer Preise weniger Einnahmen
  • Externer Schlichter soll Betriebsklima verbessern
  • Neuausrichtung des Zoos braucht mehr Zeit

Weil der Erfurter Zoopark trotz höherer Eintrittspreise 500.000 Euro weniger eingenommen hat als im Haushaltsplan vorgesehen, streiten CDU und SPD im Stadtrat um die Ausrichtung des Tierparks. Besonders die Führungsetage steht in der Kritik. Ein Schlichter soll für ein besseres Betriebsklima sorgen.

Gestiegene Preise, weniger Einnahmen

Laut einem Bericht von MDR Thüringen wollte die Stadt Erfurt ursprünglich ein Plus von 350.000 Euro generieren. Stattdessen wurde fast eine halbe Million weniger eingenommen, als es der Haushaltsplan vorgesehen habe. Die Planung, so Dezernentin Kathrin Hoyer (Grüne) gegenüber dem MDR, sei zu optimistisch gewesen.

CDU hält Mediator für unnötig

Weil es weiterhin Streitigkeiten zwischen Zoo-Führung und Mitarbeiter gebe, soll ein einbestellter Mediator zwischen beiden Parteien schlichten. Diesen hält Thomas Pfistner (CDU) für überflüssig. „Die Gelder wären stattdessen sinnvoller für den weiteren barrierefreien Ausbau des Zooparks einzusetzen", so Pfistner in einer Pressemitteilung der Fraktion. Der Leitung fehle es offenbar an sozialer Kompetenz. Dabei sei es die Aufgabe der Zooparkleiterin Sabine Merz, für ein ansprechendes Betriebsklima zu sorgen.

SPD mahnt zu mehr Geduld

Die SPD-Fraktion im Stadtrat sieht das anders. Frank Warnecke reagierte mit Unverständnis auf die Kritik der Opposition. „Geduld ist eine Tugend. Vor einer Woche haben wir dem Oberbürgermeister und der Zooparkleitung den Auftrag erteilt, ein Konzept zur Neuausrichtung auszuarbeiten. Jetzt aber das Fehlen eines Zukunftskonzeptes zu kritisieren, ist unehrlich“, heißt es in einer Pressemitteilung der Sozialdemokraten.

Ein neues Konzept brauche Zeit

Man sei sich darüber im Klaren, dass für den Zoopark ein neues Konzept her müsse, heißt es in der Stellungnahme der SPD. Die Verantwortlichen hätten von der Stadt sechs Monate zur Neuausrichtung bekommen. Erst dann könne man eine Entscheidung treffen. Für den Rückgang der Besucherzahlen gebe es unterschiedliche Gründe. Aber gerade Erfurter Familien hätten laut SPD die Möglichkeit, günstig in den Park zu kommen – belastet werden aktuell Gäste der Stadt und Einmalbesucher.

Besucherzahlen laut Thüringer Zoopark Erfurt stabil

Im Gegensatz zum politischen Abgesang im Stadtrat ist die allgemeine Lage im Thüringer Zoopark Erfurt offenbar nicht ganz so schlecht, wie häufig dargestellt. Erst kürzlich legte die Einrichtung im Norden der Landeshauptstadt mit ihrer Jahresinventur Zahlen für das abgeschlossene Jahr 2017 vor: 742 Tiere aus 122 Arten (2016: 692 Tiere aus 120 Arten) hätten den Zoo bewohnt. Zweibeinigen Besuch hätte es 358.000-Mal gegeben, was einem Plus von 2000 Gästen gegenüber dem Vorjahr bedeutet.

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Ab sofort kann bei den Erfurter Verkehrsbetrieben mit Kreditkarte gezahlt werden. (Symbolbild)
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Foto: Imago / Christian Ditsch
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