Unglaubliche Flucht: Frauen stechen auf Mann ein - Spur der Verwüstung

In Erfurt sollen zwei Frauen einen Mann lebensgefährlich verletzt und dann mit seinem Auto in Dortmund eine Spur der Verwüstung hinterlassen haben. (Symbolfoto)
In Erfurt sollen zwei Frauen einen Mann lebensgefährlich verletzt und dann mit seinem Auto in Dortmund eine Spur der Verwüstung hinterlassen haben. (Symbolfoto)
Foto: dpa
  • Spektakulärer Kriminalfall in Erfurt und Dortmund
  • Junge Frauen sollen versucht haben, Mann in Erfurt zu ermorden
  • Spur der Verwüstung in Dortmund

Ein spektakulärer Kriminalfall beschäftigt Polizei und Staatsanwaltschaft in Erfurt und Dortmund: Zwei junge Frauen sollen erst in der Thüringer Landeshauptstadt einen Mann lebensgefährlich verletzt haben und am Tag danach mit seinem Auto im Ruhrgebiet eine Spur der Verwüstung hinterlassen haben. Die Ermittler haben den Ablauf der Ereignisse in großen Teilen rekonstruieren können – was den Tatverdächtigen vorgeworfen wird, liest sich wie ein echter Thriller.

Frauen wollen Mann in Erfurt betäuben

Alles beginnt am Mittwochabend. Eine 18- und eine 19-Jährige treffen sich mit einem 30-Jährigen in Erfurt. Die jungen Frauen schütten dem Mann eine unbekannte Substanz in eine Trinkflasche, danach wird dem späteren Opfer schwindelig. Alle drei sitzen schließlich gemeinsam in einem Auto am Erfurter Alfred-Delp-Ring, die 19-Jährige auf der Rückbank.

Messer-Attacke von der Rücksitzbank

Wie aus dem Nichts zückt sie ein Messer und sticht von hinten mehrfach auf den Mann ein, die Verletzungen sind lebensgefährlich. Die Attacke hat nach bisherigen Erkenntnissen von Polizei und Staatsanwaltschaft nur einen Grund: Sie wollen an den Wagen des 30-Jährigen kommen.

Opfer schnappt sich Handy - Frauen fahren davon

Der Schwerverletzte kann sich nach dem Angriff aus dem Auto retten und davonlaufen, seine Peinigerinnen lassen ihn ziehen. Wenig später kommt der Mann aber zurück, um seinen Autoschlüssel und sein Handy zu holen. An das Telefon kommt er heran, den Schlüssel verteidigen die beiden Frauen, um mit dem Auto davonzurasen.

Spur der Verwüstung in Dortmund

Am Mittwochmittag beginnt der zweite Akt des Krimis: Im Zentrum von Dortmund durchbricht ein Auto die Schranke eines Parkhauses. Es ist der Wagen des 30-Jährigen, an Bord die 18- und die 19-Jährige aus Erfurt. Auf ihrer Chaos-Fahrt durch die Innenstadt drängen sie an Kreuzungen und roten Ampeln mehrere Fahrzeuge zur Seite und schieben schließlich noch drei Autos im Gegenverkehr ineinander. In nicht mal einer Stunde verursachen die beiden Frauen so einen Schaden von etwa 53.000 Euro – nur mit Glück, so urteilt die Polizei, gibt es dabei keine Verletzten.

Google Maps: Raub-Duo fährt von Erfurt nach Dortmund:

Festnahme nach mehreren Unfällen

In der Zwischenzeit verfolgen mehrere Streifenwagen das Flucht-Duo. Als die beiden nach dem letzten Unfall zu Fuß davonrennen wollen, können die Beamten endlich zugreifen und die 18- und die 19-Jährige festnehmen. Ob die Ältere möglicherweise berauscht hinterm Steuer saß, soll ein Bluttest aufklären. Die Frauen wurden mittlerweile nach Erfurt gebracht, wo sie am Freitagnachmittag dem Haftrichter vorgeführt werden sollten.

Kannten sich Opfer und Täterinnen?

Jetzt ermittelt die Erfurter Staatsanwaltschaft gegen beide wegen schweren Raubes und gefährlicher Körperverletzung, gegen die 19-Jährige auch wegen versuchten Mordes. Abgesehen davon sind zu dem Fall noch viele Fragen offen. Unklar ist beispielsweise, in welchem Zustand sich der attackierte 30-Jährige befindet, ob er und die Frauen sich vorher kannten und wieso sich die drei überhaupt in Erfurt im Auto des Mannes trafen.

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