Zechprellerin auf Tour: Vier Anzeigen und Ermittlungen auch gegen Gastronom

Eine 50-Jährige Frau aus Sömmerda schlägt sich in Restaurants immer wieder den Bauch voll und türmt ohne zu bezahlen. Eine Gastronomin wollte sich das nicht mehr gefallen lassen und wollte ihre Kollegen warnen. Doch rechtens war ihre Maßnahme nicht.
Eine 50-Jährige Frau aus Sömmerda schlägt sich in Restaurants immer wieder den Bauch voll und türmt ohne zu bezahlen. Eine Gastronomin wollte sich das nicht mehr gefallen lassen und wollte ihre Kollegen warnen. Doch rechtens war ihre Maßnahme nicht.
Foto: Screenshot: Facebook
  • Eine 50-Jährige hat sich in Erfurt den Bauch vollgeschlagen
  • Doch bezahlen wollte sie dafür nichts - es hagelte vier Anzeigen
  • Geschädigter Gastronom "fahndet" nach ihr und macht sich möglicherweise selbst strafbar

Bei einem Besuch in der Landeshauptstadt hat eine 50-Jährige Frau aus Sömmerda kulinarisch in die Vollen geschlagen. Dafür bezahlen wollte sie aber nicht. Gleich in vier verschiedenen Lokalitäten in der Erfurter Innenstadt verzehrte die Verdächtige am Donnerstag Speisen und Getränke im Wert von 70 Euro und türmte ohne die Rechnung zu begleichen. Eine Restaurantbetreiberin war derart erbost, dass sie zu unlauteren Mitteln griff.

Erfurter Restaurant veröffentlich Foto auf Facebook-Seite

Die Zechprellerin ist keine Unbekannte, das bestätigte auch die Polizei. In der Vergangenheit war sie bereits mehrfach wegen Zechbetrugs aufgefallen. Beinahe verständlich: Der Frust betroffener Restaurantbetreiber. Jedoch machte sich eine Gastronomin leider zu unbedacht Luft und veröffentlichte prompt ein Foto der 50-Jährigen auf Facebook mit der Warnung: „An alle Gastronomen, passt auf!“

Betreiberin entschuldigt sich für vorschnelles Handeln

Das Foto ist mittlerweile von Seite entfernt. Die Restaurantbetreiberin reumütig: „Es tut mir wirklich sehr leid, dass ich da so voreilig gehandelt habe. Ich war nur so erbost und wollte auch andere Gastronomen warnen“, beteuert die Frau mit verhaltener Stimme. Sie war selbst überrascht, welche Resonanz das Foto ausgelöst hat. Nach nur drei Stunden wurde es knapp 200 Mal geteilt.

Ermittlungen wegen Verstoß gegen Kunsturheberrechtsgesetz

Die Polizei äußert sich gegenüber Thüringen24 über die eigenmächtige Fahndung mehr als kritisch: „Das öffentliche zur Schau stellen von Bildnissen, ist nur mit Einwilligung des Abgebildeten zulässig. Ansonsten stellt es eine Straftat nach dem Kunsturheberrechtsgesetz dar.“ Drum haben die Beamten auch in dem Zusammenhang Ermittlungen gegen den Gastronomiebetrieb aufgenommen.

Zechprellerin auf frischer Tat in Erfurt erwischt

Währenddessen sich der Post auf Facebook verbreitete, versuchte die Zechprellerin erneut ihr Glück in der nächsten Lokalität. Doch dieses Mal informierten die Betreiber rechtzeitig die Polizei, die die Frau letztendlich aufgriff. Im Rahmen der Anzeigenaufnahme, fanden sich laut Polizei immer mehr Lokalbetreiber, die von der 50-Jährigen abgezockt wurden. Zu den bereits laufenden Anzeigen, kamen so an nur einem Tag vier weitere hinzu.

Polizei warnt vor kräftiger Frau mit Kinnbart

Und was die Gastronomin bereits am Vortag vorweg nahm, wiederholen die Beamten nun auf offiziellem und strafrechtlich unbedenklichem Wege und warnt vor einer 1,62 Meter großen, kräftigen Frau mit braunen, schulterlangen Haar und Kinnbart: „Die Erfurter Polizei bittet an dieser Stelle um Achtsamkeit der Restaurantbesitzer im Zusammenhang mit der Abgabe von Speisen und Getränken an diese Frau.“