Thüringen-Derby FCC gegen RWE: Zwischen Schuldigkeit und Hoffnung

Rot-Weiß-Coach Stefan Emmerling fühlt sich in der Pflicht, an seine Mannschaft zu glauben. Trotz aller Rückschläge - vor dem Derby erst recht.
Rot-Weiß-Coach Stefan Emmerling fühlt sich in der Pflicht, an seine Mannschaft zu glauben. Trotz aller Rückschläge - vor dem Derby erst recht.
Foto: Anna Jank
  • Thüringen-Derby am Sonntag in Jena
  • Carl Zeiss Jena gegen Rot-Weiß Erfurt (Anpfiff 14 Uhr)
  • RWE gebeutelt aber hoffnungsvoll

Fünf Plätze, 11 Punkte, 12 Tore – ein ernüchternder Blick in die Tabelle zeigt, wie weit Rot-Weiß Erfurt dem Aufsteiger aus Jena derzeit hinterherhinkt. Die Vorfreude auf das Thüringer Spitzen-Derby lässt sich die Erfurt-Elf dennoch nicht verhageln. Am Sonntag reisen die Landeshauptstädter mit 820 Fans Gepäck zu ihren Erzrivalen nach Jena, Anpfiff: 14 Uhr. Und weder der verletzungsgeplagte Kader, die Vereinskrise oder die Eiseskälte morden die Hoffnung der Erfurter auf eine erfolgreiche Partie.

Siege gegen Spitzenreiter der Liga machen Mut

„Wir haben gezeigt, dass wir in der Lage sind Mannschaften zu schlagen“, blickt Emmerling hoffnungsvoll auf das Derby in Jena. In den Spielen gegen Paderborn und Magdeburg hat seine Elf sogar der Tabellenspitze drei Punkte abluchsen können. Doch Fakt ist: Erfurt liegt nicht nur fünf Plätze und elf Punkte hinter dem FCC, der Tabellenletzte hat mit nur 15 Treffern auch nur knapp die Hälfte an Toren schießen können.

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Rot-Weiße Abwehr von Ausfällen gebeutelt

„Wir haben deutliche Defizite in der Offensive“, gibt Emmerling zu. Und nun bricht vor dem Derby auch noch die halbe Erfurter Abwehr zusammen. Neben Laurito und Neuhold fehlt auch Luka Odak, der im Spiel gegen Aalen seine zehnte gelbe Karte kassiert hatte. Im Mittelfeld muss Emmerling auf Kraulich und Razeek, im Sturm auf Carsten Kammlott verzichten. Sogar im Tor fehlt ein Mann: Julian Knoll fällt nach seinem Außenbandriss auch in der Partie gegen Jena aus.

Mittelfeldspieler kehren zurück

„Es sind noch genug Spieler da, die hinter der ersten Elf stehen“, beschwichtigt der RWE-Coach. Theodor Bergmann und Liridon Vocaj stehen zur Verfügung. Auch Tugay Uzan sei wieder bereit, sich aufstellen zu lassen, versichert Emmerling. Mit RWE-Captain Jens Möckel ist auch ein derby-erprobter Spieler am Start. Zum zehnten Mal wird er zu einem Nachbarschaftsduell auflaufen.

FCC beweist sich als Teamplayer

Besser ist es, denn Jenas Topstürmer wie Timmy Thiele oder Löhmannsröben könnten einem Auswärtssieg sehr wohl im Wege stehen, weiß auch Emmerling. Thiele hat alleine in dieser Saison immerhin acht Tore einlochen können. „Aber vor allem funktioniert Jena als Team.“ Die Spiele gegen Großaspach und Meppen waren eng, die letzte Begegnung mit Erfurt konnte die Mannschaft von Mark Zimmermann für sich entscheiden.

"Wir sind es den Fans schuldig"

Für Emmerling ist klar „Wir werden uns einen brutalen Fight liefern.“ Vocaj ergänzt: „Nach der verkorksten Saison sind wir das den Fans und der Stadt schuldig. Wir werden alles raushauen, was geht!“