Zukunft gesichert: Zughafen in Erfurt hat Großes vor

Am Zughafen in Erfurt wird dieses Jahr viel passieren.
Am Zughafen in Erfurt wird dieses Jahr viel passieren.
Foto: Florian Dobenecker
  • Zukunft des Zughafens in Erfurt gesichert
  • Stadt Erfurt gibt Absichtserklärung ab
  • Kulturmeile soll entstehen

Das Kind liegt in trockenen Tüchern. Die Sache ist geritzt. Oder wie Erfurts Oberbürgermeister Andreas Bausewein (SPD) es sagt: „Der Schutzschirm ist aufgespannt.“ Egal wie man es ausdrücken will, die Botschaft ist klar: Der Zughafen in Erfurt, kreativer Schmelztiegel für Kulturschaffende aller Art, ist gerettet. Dienstagmittag übergaben Vertreter der Stadt Erfurt eine „Letter of Intent“ an die Zughafen-Betreiber – Eine Absichtserklärung, die besagt, dass die Stadt das Gelände am Güterbahnhof für die Kulturschaffenden und die Kreativwirtschaft erhalten wird.

Leute im Erfurter Zughafen brauchen Sicherheit

Laut Andie Welskop, der gemeinsam mit dem Musiker Clueso den Zughafen vor knapp 16 Jahren gründete, wird das auch höchste Zeit. „Die Leute, die hier etwas für die Stadt schaffen, brauchen Sicherheit, um in ihre Vorhaben und den Standort investieren zu können“, erklärt Welskop. „Und bis dato gab es diese Sicherheit nicht“, fügt er an.

Bilder zum OB-Besuch im Erfurter Zughafen:

Deutsche Bahn ist bisheriger Vermieter

Das Gelände und der ehemalige Güterbahnhof sind Eigentum der Deutschen Bahn, die das Objekt an die Zughafen-Betreiber vermietet, allerdings immer nur für ein halbes Jahr. Endet der Mietzeitraum, verlängert sich der Vertrag automatisch. Eine langfristige Übereinkunft gab es bisher nicht.

ICE-City in Erfurt bereitete Kopfschmerzen

Besonders in Anbetracht der Bau-Pläne zur ICE-City wurden die Zukunftsängste der Kreativen im ehemaligen Güterbahnhof immer größer. Wird ein Investor das Gelände für viel Geld kaufen und dort ein Bürogebäude aus dem Boden stampfen? Ergeht es dem Zughafen ähnlich wie dem ehemaligen Erfurter Club Centrum, der aufgeben musste, weil ein der neue Besitzer dort eine Einkaufspassage errichten will?

Stadt Erfurt kauft das Gelände

Viele Fragen schwirrten durch die Köpfe der jungen Menschen, die sich mit ihren Ideen dort angesiedelt haben. Doch das Grübeln hat nun ein Ende. Die Stadt Erfurt ist sich mit der Bahn einig geworden und will das Gelände kaufen. Mit dem Letter of Intent liegt nun ein Vertrag vor, der der lokalen Kreativwirtschaft im Zughafen langfristige Planungssicherheit gibt.

Am Zughafen entsteht eine Kulturmeile

Musiker, Künstler, Handwerker – über 30 Kleinunternehmen und Kulturschaffende, die im Zughafen heimisch sind, können jetzt investieren. Und wie es aussieht, kann sich Erfurt auf Großes gefasst machen. Im Sommer wird der Zughafen zum „Stattstrand“. Mit Biergarten, Tribüne und vielerlei anderen Spielereien soll das Gelände als Kulturmeile etabliert werden, die Lebensqualität und Kurzweil für jedermann in die Landeshauptstadt holen soll.

Zahlreiche Investitionen geplant

Geplant ist außerdem ein Brau- und Kulturfestival, das gemeinsam mit der dort ansässigen „Heimathafen“-Brauerei organisiert wird. Eine Brennerei steht in den Startlöchern, um Erfurts ersten Whiskey herzustellen. Der Club Kalif Storch investiert über 50.000 Euro, um sein kulturelles Angebot auszuweiten und den Außenbereich samt Toiletten auszubauen. Und in Halle 6, einer großen Veranstaltungshalle, die derzeit saniert wird, soll es zukünftig nicht nur ein neues kleines Klubformat, sondern auch eine Minigastronomie geben.

Am 19. Aprill knallen die Korken

Anfang April werde, so OB Bausewein, der Plan für das Gelände im Erfurter Stadtrat beschlossen. Das sei so gut wie sicher. Pünktlich zum 16. Geburtstag des Zughafens am 19. April, einen Tag nach der Stadtratssitzung, sollen dann bei einer Jubiläums-Party offiziell die Korken knallen und darauf angestoßen werden, dass Erfurts kreatives Zentrum in eine rosige Zukunft blicken kann.

In Erfurt angekommen: Löwenkater präsentiert sich staunendem Publikum

Löwenkater Bagani in seinem Gehege im Zoopark Erfurt (06.03.2018).
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Foto: Sebastian Willnow/dpa
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