Nicht mal die Hälfte der Thüringer geht wählen

Bald werden die Stimmen der Thüringer ausgezählt. (Symbolfoto)
Bald werden die Stimmen der Thüringer ausgezählt. (Symbolfoto)
Foto: Michael Reichel / dpa
  • Wahlbeteiligung in Thüringen leicht gestiegen
  • Um 16 Uhr hatten knapp 40 Prozent ihre Stimme abgegeben
  • Bis 18 Uhr könnte jedoch 50 Prozent-Hürde geknackt werden

In Thüringen sind die Wahlen von Landräten, Oberbürgermeistern und Bürgermeistern am Sonntag auf ein etwas höheres Interesse gestoßen als 2012. Bis 16 Uhr hatten rund 39 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben, wie das Statistische Landesamt mitteilte. Knapp 1,6 Millionen Wahlberechtigte im Alter ab 16 Jahren waren aufgerufen, 14 Landräte, sechs Oberbürgermeister kreisfreier Städte sowie 100 Bürgermeister in kreisangehörigen Städten und Gemeinden zu wählen.

Wahlen in Thüringen locken etwa 40 Prozent

Die 2400 Wahllokale schließen um 18 Uhr. Mit dem vorläufigen amtlichen Endergebnis wird nicht vor 22 Uhr gerechnet. In den vergangenen Tagen und Wochen hatten bereits 5,3 Prozent der Wahlberechtigten per Brief abgestimmt. Vor sechs Jahren hatten bis 16 Uhr 36,3 Prozent der Wahlberechtigten ihr Kreuz auf dem Stimmzettel gemacht. Unter den Wahlberechtigten waren knapp 30.000 Jugendliche im Alter von 16 und 17 Jahren. Der Thüringer Landtag hatte 2015 das Wahlmindestalter von 18 auf 16 Jahre herabgesetzt. Die AfD war mit einem Eilantrag gegen die Herabsetzung vor dem Thüringer Verfassungsgerichtshof Mitte März gescheitert.

Bei OB-Wahlen wird mit Stichwahl gerechnet

Vor allem in den kreisfreien Städten mit mehreren Bewerbern um das Amt des Oberbürgermeisters wird damit gerechnet, dass keiner der Kandidaten die erforderliche Mehrheit von mehr als der Hälfte der abgegebenen gültigen Stimmen erreicht. Bei fehlenden absoluten Mehrheiten entscheiden Stichwahlen am 29. April.

Keine Vorkommnisse in Zusammenhang mit Kommunalwahlen

17.000 Wahlhelfer waren landesweit im Einsatz. Unregelmäßigkeiten oder Zwischenfälle habe es nicht gegeben, sagte der Leiter des Statistischen Landesamtes, Günter Krombholz. „Es ist alles professionell vorbereitet und organisiert gewesen.“ Auch die Polizei meldete keinerlei Vorkommnisse im Zusammenhang mit den Kommunalwahlen. Bei den Landrats- und OB-Wahlen vor sechs Jahren hatte die Beteiligung im ersten Wahlgang bei 46,6 Prozent.