MDR sorgt mit „Neger“-Tweet für Shitstorm

Dieser Tweet von MDR Sachsen sorgte im Internet für Empörung.
Dieser Tweet von MDR Sachsen sorgte im Internet für Empörung.
Foto: Screenshot: TH24
  • MDR kündigt Sendung mit provozierender Frage an
  • Netzgemeinde wirft Redaktion Rassismus vor
  • Moderator entschuldigt sich für Wortwahl

War es ein Fauxpas, gewollte Provokation oder unreflektiertes Handeln? Mit einer Ankündigung zu einer Diskussions-Sendung am Abend hat der MDR in den sozialen Netzwerken einen Shitstorm losgetreten.

„Neger“: MDR Sachsen twittert sich um Kopf und Kragen

Anlass für die Aufregung war ein Tweet, der vom offiziellen Twitter-Account MDR Sachsens veröffentlicht wurde. Er sollte auf eine Radiosendung über „Political Correctness“ aufmerksam machen, die am Dienstagabend live im Radio zu hören ist. In der Talkshow sind Ex-AfD-Chefin Frauke Petry, die linke Landtagsabgeordnete Kerstin Köditz, Fernsehmoderator Peter Hahne und Politikwissenschaftler Robert Feustel zu Gast. Der MDR bewarb die Sendung mit der Frage: „Darf man heute noch ,Neger' sagen?“

Der Tweet des MDR:

Kritik am MDR und Wort „Neger“: Betroffene kommen nicht zu Wort

Nicht nur die provozierende Ankündigung, die sich nach Meinung der Kritiker sehr an der Sprache Neu-Rechter orientiere, sorgte für Aufregung. Auch der Vorwurf, dass vier weiße Deutsche über Rassismus diskutieren, jedoch kein Betroffener zu Wort komme, erregte die Gemüter. Die Anmerkung, Kritiker könnten sich am Abend live in der Sendung melden, anstatt auf dem Kurznachrichtendienst Twitter zu schreiben, beruhigte die Netzgemeinde nicht. Der MDR änderte inzwischen den Ankündigungs-Text auf der eigenen Homepage. Auch auf Twitter entschuldigte sich Radio-Moderator Thomas Lopau für den Tweet.

Netz-Reaktionen zum MDR-Tweet:

Kerstin Köditz und Robert Feustel sagen Sendung ab

Die Abgeordnete Köditz und der Wissenschaftler Feustel haben ihre Teilnahme an der Sendung aufgrund des Tweets inzwischen abgesagt. Das teilte die Linken-Politikerin über ihren eigenen Twitter-Kanal mit. Durch die Ankündigung habe das Thema der Sendung eine Richtung erhalten, die indiskutabel sei, hieß es unter anderem in der Begründung.