Warten auf die Zulassung: Muss Rot-Weiß Erfurt in die Oberliga?

Oliver Borneman ist der neue Sportdirektor des FC Rot-Weiß Erfurt.
Oliver Borneman ist der neue Sportdirektor des FC Rot-Weiß Erfurt.
Foto: Imago / Karina Heßland-Wissel
  • Rot-Weiß Erfurt stellt neuen Sportdirektor vor
  • Zulassung für Regionalliga noch nicht erteilt
  • Oliver Bornemann setzt bei RWE auf loyale Spieler und begeisterte Fans

Nach seinem Abstieg aus der 3. Liga besteht für den FC Rot-Weiß Erfurt noch immer die Gefahr, in die fünfte Fußball-Liga abzurutschen. „Aktuell wissen wir noch nicht, in welcher Liga wir nächste Saison sind“, sagte Oliver Bornemann, der am Donnerstag als neuer Sportdirektor bei RWE vorgestellt wurde. Zwar hat der Club eine Zulassung für die Regionalliga beantragt. Für die müssen aber ausreichende Einnahmen nachgewiesen werden. Ob der Nordostdeutscher Fußballverband (NOFV) das als gegeben ansieht oder Rot-Weiß doch eine Etage tiefer schickt, ist bislang offen.

Rot-Weiß Erfurt richtet sich auf Regionalliga ein

In Erfurt zeigt man sich aber optimistisch. „Wir gehen von der Regionalliga aus“, stellte Bornemann klar. Der vorläufige Insolvenzverwalter Volker Reinhardt pflichtete ihm bei: „Wir rechnen damit, die Zulassung Ende Mai zu erhalten.“

RWE verringert Budget

Kurz darauf – am 1. Juni – soll das Insolvenzverfahren eröffnet werden. Dann melden die Gläubiger ihrer Forderungen an, einige Wochen später steht fest, wie hoch der Schuldenstand genau ist. Klar ist schon jetzt: Rot-Weiß Erfurt muss mit einem kleineren Budget auskommen. Derzeit werde an den Verträgen gearbeitet und mit der Stadt über die künftige Miete für das Steigerwaldstadion verhandelt, sagte Insolvenzverwalter Reinhardt.

Oliver Bornemann bei Rot-Weiß Erfurt vorgestellt

Für die sportlichen Belange des Vereins ist ab jetzt Oliver Bornemann zuständig, der damit auch Trainer Stefan Emmerling entlastet. Der Bankkaufmann hatte den gleichen Posten von 2010 bis 2014 schon bei der TSG Neustrelitz inne, kennt die Regionalliga daher bestens. Er habe mit seinem Konzept für Erfurt und seiner Erfahrung überzeugen können, sagte Reinhardt. Bornemann war demnach einer von 15 Bewerbern.

Rot-Weiß-Sportdirektor setzt auf loyale Spieler

„Mich hat der Verein gereizt“, sagte der neue Sportdirektor. Er wolle dabei helfen, die Fans zu begeistern und Sponsoren zu gewinnen, die sich gerne mit RWE identifizieren. „Wir wollen weiterhin das Vollprofitum beibehalten. Ich hoffe schon auf loyale Spieler – auf solche, die etwas wiedergutmachen wollen, die hier weiterhin ihrem Beruf nachgehen können. Es ist nicht so, dass es den Leuten hier egal ist, wie es mit RWE weitergeht.“ Das mittelfristige Ziel für Bornemann: die Rückkehr in die 3. Liga.