Rudolstädter Bomben-Fund: Linksextremismus-Vorwürfe kaum noch zu halten

Nach den Sprengstoff-Funden in Saalfeld-Rudolstadt zeichnet sich kein politischer Hintergrund ab. (Symbolfoto)
Nach den Sprengstoff-Funden in Saalfeld-Rudolstadt zeichnet sich kein politischer Hintergrund ab. (Symbolfoto)
Foto: Imago/Jochen Tack
  • Neue Erkenntnisse zum Bombenfund in Saalfeld-Rudolstadt
  • Ein Verdächtiger soll AfD-Wähler sein
  • LKA hält sich zu politischen Hintergründen bedeckt

Der Sprengstoff-Fund in Rudolstadt schlug im März ein wie eine Bombe. Die Buschtrommeln aus den Lagern von AfD und CDU schlugen unermüdlich: Um linksextremistische Gefährder solle es sich handeln. Die rot-rot-grüne Landesregierung zog sich aus dem politischen Minenfeld zurück und wartete derweil die Ermittlungen des Landeskriminalamtes (LKA) ab. Doch nun haben Aussagen eines der Tatverdächtigen die Gerüchteküche gesprengt.

Verdächtiger Bombenbauer wählt AfD

In einem Artikel der Thüringer Allgemeine (TA) vom Donnerstag outet sich einer der Tatverdächtigen als AfD-Wähler. Sein Freund und mutmaßlicher Komplize wiederum war bis März Sprecher eines linken Demokratiebündnisses. Politisch scheinen beide also keine Gemeinsamkeiten zu haben – es eint sie einzig ihre Liebe für Sprengstoff.

"Wir kauften, weil es günstig war"

In Rudolstadt rief im März besonders die Masse an sprengfähigem Material die Polizei auf den Plan. Dabei scheint aber auch das Volumen des Fundes einen einfachen und wenig politischen Hintergrund zu haben. Es sei billig gewesen, sagen die Bombenbauer. Darüber hinaus hätten sie Angst gehabt, dass es irgendwann nicht mehr möglich sei, größere Mengen des Düngemittels zu kaufen, aus denen der Sprengstoff hergestellt werden kann.

Staatsschutz weiter für Ermittlungen zuständig

„Wie sich die beiden Tatverdächtigen politisch selbst einordnen, spielt für die Ermittlungen keine Rolle“, sagte eine Sprecherin des LKA auf Thüringen24-Nachfrage. Nach neuesten Erkenntnissen könnte ein politischer Hintergrund vermutlich sogar komplett ausgeschlossen werden. Der Staatsschutz ermittelt weiter, vor allem wegen des Verstoßes gegen das Sprengstoffgesetz. Äußerungen, die eventuell bei Vernehmungen gefallen sein könnten, seien Teil der internen Ermittlungen und entsprechend nicht für die Öffentlichkeit bestimmt.

König-Preuss auf Twitter:

Die Linke sieht sich bestätigt

Katharina König-Preuss (Die Linke) sieht sich durch die Aussagen der Tatverdächtigen gegenüber der TA bestätigt. Beim Kurznachrichtendienst Twitter schrieb sie an die CDU-Fraktion im Landtag und die AfD: „David G. einer der Täter war bei NPD-Demos & sagt ‚Ich bin rechts. Ich wähle AfD‘.“