Islamistische Attacke am Nordbad? Worum euch die Polizei jetzt bittet

Der Vorfall am Nordbad in Erfurt sorgt am Tag danach für Aufregung, nicht nur auf Facebook. (Archivfoto)
Der Vorfall am Nordbad in Erfurt sorgt am Tag danach für Aufregung, nicht nur auf Facebook. (Archivfoto)
Foto: Imago / Karina Heßland-Wissel
  • Auseinandersetzung am Nordbad in Erfurt für Hetze gegen Flüchtlinge ausgeschlachtet
  • Facebook-Post aus dem Nordpark verbreitet sich rasant
  • Erfurter Polizei stellt klar: Das sind Fake News

Nach dem Vorfall in einem Erfurter Freibad am Donnerstagabend hat die Thüringer Polizei klar Stellung gegen Falschnachrichten bezogen. Auf Facebook waren Berichte aufgetaucht, wonach ein Mann am Nordbad „Allahu Akbar“ („Gott ist groß“) gerufen haben soll und versuchte, eine junge Frau niederzustechen. Dabei handele es sich jedoch, so sagt es die Polizei am Tag danach, um „Fake News“.

Kein islamistischer Angriff im Nordpark

Weder der religiöse Ausruf und damit ein möglicher islamistischer Hintergrund noch die Attacke auf die Frau seien bislang bestätigt worden. Klar ist nur, dass ein 20- und ein 23-Jähriger im Erfurter Nordpark nahe des Freibades in eine Auseinandersetzung gerieten und dabei wohl auch Pfefferspray versprüht wurde, wie es beim Mitteldeutschen Rundfunk hieß. Offiziell spricht die Polizei davon, dass eine „Waffe“ eingesetzt wurde, beide Männer erlitten leichte Verletzungen. Der jüngere wurde festgenommen und soll einem Haftrichter vorgeführt werden.

Vorfall am Erfurter Nordbad missbraucht

Nun wehrt sich die Polizei in Erfurt dagegen, dass der Vorfall „in den sozialen Medien für eine falsche Berichterstattung missbraucht wurde“, wie die Beamten auf Facebook schreiben. Es sei ein Beispiel dafür, wie Sachverhalte unsachlich und tendenziös kommentiert würden, „um eine neue gefühlte Wahrheit zu generieren, die das Weltbild geneigter Leser bestätigt und Klicks generiert“. In den sozialen Netzwerken verbreiteten sich diese Falschnachrichten dann blitzschnell.

Propaganda der „Partner der AfD“ gegen Flüchtlinge in Erfurt

Die Polizei bat die Leser deshalb, sich aus seriösen Quellen zu informieren – und die Informationen abzugleichen und zu hinterfragen. Die Facebook-Seite der selbsternannten „Partner der AfD“, auf der die Falschmeldung aus Erfurt gepostet, bis zum Freitagnachmittag mehr als 4500-mal geteilt und als Propaganda gegen Flüchtlinge genutzt wurde, bewegt sich nach Einschätzung der Beamten zumindest auf „gefährlichem Terrain“. Die Aktivitäten würden beobachtet, nach einer ersten Einschätzung liege eine Straftat mit der Verbreitung der Fake News vom Nordbad allerdings nicht vor.