„Homo-Propaganda“ – CSD-Sprecher kritisieren Gegendemo

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  • CSD-Sprecher kritisieren Gegendemo in Erfurt
  • Neonazistische Kleinpartei spricht von Homo-Propaganda
  • Rechte Szene in Thüringen werde immer größer
  • Intoleranz und Homophobie Gefahr für Gesellschaft

„Die rechte Szene in Thüringen wird immer größer“, sagt Fabian Gabriel. Der Koordinator des Christopher-Street-Day-Bündnisses (CSD) aus Erfurt ist der Meinung, dass rechtes Gedankengut in der Gesellschaft immer mehr toleriert wird und dadurch auch die Hemmschwelle fällt, intolerant und homophob zu handeln.

CSD-Sprecher kritisieren Gegendemo

Am Rande des CSD in Erfurt demonstrierte die rechtsextreme neonazistische Kleinpartei „Der III. Weg“ öffentlich gegen sogenannte Homo-Propaganda. Von 12 bis 15 Uhr habe die rechtsextreme Partei am Angerdreieck gegen „die widerlich selbstdarstellerische Homoparade“ und „die öffentliche Zurschaustellung verschiedener Absurditäten“ demonstriert, wie „Der III. Weg“ auf seiner Internetseite schreibt.

Homophobie ist problematische gesellschaftliche Entwicklung

„Es waren zwar nur wenige gekommen. Doch wir sehen es kritisch, dass die Gegenveranstaltung genehmigt wurde“, sagt Gabriel. „Die Polizei hat die Neonazis zwar gut von unserer Parade abgeschirmt, doch das vermehrte öffentliche zur Schau stellen von Intoleranz und Homophobie ist eine problematische gesellschaftliche Entwicklung, weshalb wir auch in Erfurt auf die Straße gehen.“

Hunderte ziehen an der Krämerbrücke vorbei:

CSD Erfurt von Polizei gesichert

Bereits im Vorfeld äußerte sich auch Tobias Gerdsen, Sprecher des CSD Erfurt, zu der Gegenkundgebung die dieses Jahr zum ersten Mal stattfand: „Von den Nazis lassen wir uns nicht einschüchtern. Gerade weil es in dieser Gesellschaft noch immer diese rechten Kräfte gibt, demonstrieren wir für mehr Akzeptanz! Wir stehen außerdem in engem Kontakt mit der Polizei, um allen Teilnehmer*innen des CSD Erfurt einen wirklich sicheren Aufenthalt zu gewährleisten.“

1500 Menschen bei Christopher Street Day

Am Samstag zogen etwa 1500 Menschen in Erfurt durch die Innenstadt, um für geschlechtliche und sexuelle Selbstbestimmung Flagge zu zeigen. Der Christopher Street Day wird weltweit als Demonstrationstag von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgendern begangen. Er erinnert an einen Aufstand von Homosexuellen in New York im Sommer 1968, als es in der Christopher Street zu Straßenschlachten mit der Polizei kam.