Maskierte Meute marschiert durch Marbach

Mit Masken und lauter Musik zogen die Demonstranten durch Erfurt-Marbach.
Mit Masken und lauter Musik zogen die Demonstranten durch Erfurt-Marbach.
Foto: Vesselin Georgiev
  • Maskierte Gruppe demonstriert in Erfurt Marbach
  • 20 Moschee-Gegner beschallen Anwohner mit "Gebetsmusik"
  • Moschee-Bau in Stadtteil sorgt weiter für Diskussion

Eine angemeldete Protestaktion hat am Sonntagmorgen im Erfurter Stadtteil Marbach für Aufsehen gesorgt. Mehrere maskierter Männer und Frauen zogen durch den Ortsteil, um gegen den Bau der dort geplanten Moschee zu demonstrieren. Dabei sollen auch Anwohner sowie Politiker bedroht und beleidigt worden sein.

Galerie: Bilder vom Umzug in Erfurt-Marbach

Moschee-Gegner ziehen durch Erfurt Marbach

Wie ein Sprecher der Landeseinsatzzentrale auf Thüringen24-Nachfrage bestätigte, zogen zwischen 7 und 9 Uhr am Sonntagmorgen rund 20 Personen durch Marbach. Die Versammlung sei bei der Stadt in dieser Form angemeldet und genehmigt worden, so der Sprecher weiter. Die Teilnehmer waren mit Masken und schwarzen Kapuzen bekleidet, die an muslimische Niqabs erinnern sollten. Diese Vermummung sei zuvor bei der Stadt beantragt und in dieser Form genehmigt worden. Einige Teilnehmer trugen ein großes schwarzes Kreuz durch die Straßen.

Anwohner und Politiker melden sich im Internet zu Wort

Laut Polizei verlief die Demo ohne Vorkommnisse. Im Internet berichtet eine Anwohnerin, sie sei von mutmaßlich islamischer Gebetsmusik geweckt worden. Als sie die Teilnehmer zur Rede stellte, habe man sie als „linke Zecke“ beschimpft. Auf dem Kurznachrichtendienst Twitter berichtet die Grünen-Politikerin Astrid Rothe-Beinlich, dass ihr auch direkt gedroht worden sei.

Moschee-Bau im Stadtteil geplant

Anfang des Jahres war bekannt geworden, dass die Gemeinde den geplanten Bau der Moschee genehmigt hat. Der Baubeginn ist bisher für 2019 vorgesehen. Im vergangenen Jahr hatten Gegner des Projekts in der Nähe des Baugeländes große Holzkreuze und Holzspieße mit Schweinekadavern aufgestellt. Bauherr der geplanten Moschee ist die Ahmadiyya-Gemeinde, die in Thüringen etwa 100 Mitglieder zählt.