Mord im Thüringer Wald: Warum der Jüngere womöglich nicht so lange hinter Gittern bleibt

Mehr als ein Jahr nach einem Urteil zu einem Mord im Thüringer Wald hat am Landgericht Erfurt die Verhandlung über das Strafmaß der zwei Täter begonnen.
Mehr als ein Jahr nach einem Urteil zu einem Mord im Thüringer Wald hat am Landgericht Erfurt die Verhandlung über das Strafmaß der zwei Täter begonnen.
Foto: Kathleen Sturm/ZB/dpa
  • Mordfall im Thüringer Wald wird neu verhandelt
  • Bundesgerichtshof hat Urteil aufgehoben
  • Bereits Verurteile am Freitag wieder vor Gericht
  • Haftstrafe könne sich verkürzen

Nach einem Mord im Thüringer Wald und einem von höherer Instanz beanstandeten Urteil dazu soll nun eine weitere Gerichtsentscheidung folgen. Am Landgericht Erfurt wird am Freitag eine neue Entscheidung über das Strafmaß für die zwei mit dem Mord in Verbindung gebrachten Männern erwartet.

Update: Das Urteil ist gefallen. Zum Artikel "Gericht reduziert Haftstrafe"

Urteil: Gemeinschaftlicher Mord an Bekannten im Thüringer Wald

Die Männer im Alter von 54 und 21 Jahren waren vergangenes Jahr wegen gemeinschaftlichen Mordes an einem Bekannten und Brandstiftung zu einer lebenslänglichen Gefängnisstrafe und einer Haftstrafe von acht Jahren und sechs Monaten verurteilt worden.

Täter flüchten nach Mord im Thüringer Wald nach Chile

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass die Männer 2015 einen Bekannten in einen Wald im Ilm-Kreis lockten und der Ältere den Mann erschlug, während der Jüngere dies billigte. Sie steckten das Auto des Opfers an und flohen nach Chile. Der Jüngere kehrte freiwillig zurück und ging zur Polizei. 2016 war der Ältere mit internationalem Haftbefehl in Chile festgenommen worden.

Beihilfe zum Mord statt Mittäterschaft

Der Bundesgerichtshof hob das Urteil mit der Begründung auf, der Umfang der Strafen müsse erneut verhandelt werden. Bestimmte Aspekte seien nicht ausreichend berücksichtigt worden. Bei dem jüngeren Mann vertrat der BGH die Rechtsauffassung, dass lediglich Beihilfe zum Mord und nicht Mittäterschaft vorliege, damit könne sich die Haftstrafe für den Angeklagten deutlich verkürzen. (dpa, aj)